Puerto Rico

2. Oktober 2010     5 Kommentare

1. Tag: Jena – Frankfurt – Paris – Atlanta – San Juan

Puerto Rico - Hinflug
Gegen halb 2 in der Nacht starten wir mit dem Mietauto nach Puerto Rico, nachdem wir Felix gestern abend bei Oma und Opa für die kommende Woche abgewichtelt haben. Unser erstes Ziel ist der Frankfurter Flughafen den wir halb 5 erreichen, die Rückgabe bei Europcar funktioniert problemlos. Mit der Skyline kommen wir zum Terminal 2, wo es am obligatorischen Self-Checkin-Automaten die ersten Verwirrungen gibt – Diana bekommt keine Boarding-Card für das letzte Teilstück. Trotzdem geht es pünktlich 7:25 mit Air France erstmal in 1.5h nach Paris. Von dort bringt uns eine 747 in über 10 Stunden Flugdauer mit Überflug von New York City nach Atlanta. Das weltweit größte Passagieraufkommen auf diesem Flughafen bekommen wir auch zu spüren, unzählige Kontrollen inklusive Fingerabdruck-Scan, entsprechende Warteschlangen und erneutes Check-In des Gepäcks lassen die Umsteigedauer von drei Stunden schnell schmelzen. Schließlich kommen wir kurz nach 17 Uhr (Ortszeit) mit einem Delta-Flug in 3.5h zu unserem Ziel in der Karibik: San Juan. Hier schlagen uns erstmal knapp 30°C ins Gesicht außerhalb der vielen klimatisierten Bereiche. Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage unseres Hotels können wir dort gegen halb 10 am Abend einchecken – nach 26 Stunden seit dem Start in Jena fallen wir erschöpft ins Bett.

2. Tag: Strand

Puerto Rico - Strand
Ein großartiges Frühstücks-Buffet gibt uns einen guten Start in den Tag, am Strand direkt vorm Hotel sind bei 30°C Luft-/Wasser-Temperatur die Strapazen der Anreise sind schnell vergessen. So lässt es sich aushalten… Am Abend schlendern wir durch den umgebenden Stadtteil Isla Verde und finden bei Lupis Mexican Grill etwas zum Abendbrot – die Bezahlung mit Kreditkarte funktioniert problemlos, wobei die zur Rechnung beigelegte Tabelle mit den Trinkgeldbeträgen von ca. 15% für mögliche Rechnungssummen von 2-200 Dollar schon eine gewisse Rechen-Inkompetenz unterstellt.

3.+4. Tag: Konferenz

Puerto Rico - Convention Center
Während sich Diana gemütlich am Strand entspannen kann, stehen der Montag und Dienstag für mich ganz im Zeichen des eigentlichen Grundes für diese Reise: meine Teilnahme an der ICSTE im Convention Center von San Juan. Für die Anfahrt am Montag auf noch unbekanntem Terrain nutze ich ein Taxi ($15 = ca. 11,50 EUR), am nächsten Tag steige ich auf den unschlagbar günstigen Bus um. Die pauschalen Fahrtkosten von $0,75 erfordern allerdings eine gewisse Portion Optimismus und Urvertrauen, da es keine Fahrpläne gibt und die von mir gewählte Linie auch nur zufällig am Convention Center vorbei fährt. Auf dem Rückweg entscheide ich mich für einen Spaziergang entlang der Ashford Avenue durch das schicke Banken- und Boutiquen-Stadtviertel Condado. Bis zum 10km entfernten Hotel bieten sich aber auch gegensätzliche Eindrücke in anderen Stadtteilen, wobei die strikte Umzäunung und Fenstervergitterung überall auffällt.

5. Tag: Old San Juan

Puerto Rico - Old San Juan
Nachdem der dienstliche Teil nun erfolgreich absolviert ist, freuen wir uns darauf etwas mehr von der Insel kennen zu lernen. Heute beginnen wir mit der Erkundung von Old San Juan, für die Anfahrt können wir den erstbesten Bus wählen, da alle Linien im Bus-Terminal am Hafen von San Juan enden, wo auch gerade ein Kreuzfahrt-Schiff am Pier liegt. Gut erhaltene Häuser im Kolonialstil mit unterschiedlichsten Farben, Balkonen und teilweise noch aus der Zeit der spanischen Eroberungen 16. Jahrhundert säumen unseren Weg durch enge und teilweise steile Gassen, bis wir das Areal um das Fort San Felipe del Morro erreichen. Für humane $3 Einritt können wir das Verteidigungswerk (UNESCO-Weltkulturerbe) auf verschiedenen Ebenen besichtigen. Anschließend schlendern wir zurück durch die Stadt, lassen uns von spontan Einfällen lenken und kommen so über schicke Plätze und durch stark befahrene Straßen, die verschiedenen Souvenir-Geschäfte bieten beim Reinschauen eine willkommene Abkühlung. Am späten Nachmittag bringt uns ein passender Bus zurück nach Isla Verde.

6. Tag: El Yunque

Puerto Rico - El Yunque
Mit dem AVIS-Mietwagen fahren wir nach einem ausgiebigen Frühstück gegen halb 10 auf der idyllischen Küstenstraße PR 187 Richtung Osten, biegen in Loiza auf die PR 188 nach Süden und folgen der Interstate PR 3 bis zum Abzweig der PR 191 weiter ins Landesinnere. Nach knapp 5km erreichen wir den Eingang zum Nationalpark El Yunque. Ein kurzer Aufenthalt im Besucherzentrum lohnt sich durchaus, neben einigen interessanten Fakten zum Regenwald erhält man auch eine Karte mit allen Trails durch den Dschungel. Gut informiert fahren wir die dicht umwachsene Straße weiter bergauf, vorbei an den La Coca Falls zum Parkplatz am Palo Colorado Information Center. Schnell noch die Sandalen gegen festes Schuhwerk getauscht und los geht’s auf dem 1,2km langen Trail zum La Mina Wasserfall. Der gut besuchte Weg besteht komplett aus Steinplatten mit Beton vergossen und folgt dem Rio de la Mina talwärts, links und rechts wuchern Palmen, Bambus und noch viele andere unbekannte Pflanzen. Nur Tiere sieht und hört man nicht, auch das typische “coquiii”-Pfeifen des Baumfroschs El Coqui ist nicht zu vernehmen wie am Abend vorm Hotel. Am Wasserfall angekommen nehmen wir ein Bad unter dem natürlichen Massagestrahl. Bereits auf dem Rückweg zum Auto beginnt es ordentlich zu regnen, sodass wir uns unterstellen müssen. Allerdings bleibt es recht warm und so wagen wir uns mit dem Auto noch ein Stück weiter die Straße hinauf. Bei Kilometer 13 ist die Straße jedoch gesperrt, wir parken am Rand und wandern ca. 40 Minuten zum Aussichtsturm auf den Mount Britton hoch. Hier ist schon bedeutend weniger los, wir treffen nur noch ein anderes Paar. In der Hälfte beginnt es mal wieder zu regnen, leider passen wir nicht beide unter Diana’s Regenschirm und so genieße ich die Dusche. Oben auf gut 930m Höhe angekommen wird die Weitsicht durch vorbeiziehende und tief hängende Wolken zwar stark eingeschränkt, aber der Blick über die dicht bewachsenen Berghänge ist trotzdem fantastisch! Zurück am Auto treten wir aufgrund der fortgeschrittenen Nachmittagszeit die Rückreise über die gleiche Strecke an. Da wir das Auto aber erst morgen früh wieder abgeben müssen, ziehen wir uns im Hotel kurz um und fahren am Abend nochmal nach Old San Juan. Am Plaza de San Jose finden wir im El Balcón del Moreno ein gemütliches Restaurant, wo wir uns lokale Spezialitäten wie Tostones und Mofongo zu einer Piña Colada schmecken lassen.

7. Tag: Strand

Puerto Rico - Strand
Vor dem morgigen Rückflug gönnen wir uns nochmal einen Tag voller Entspannung und Ruhe, endlich komme ich mal wieder zum Lesen eines Buches: Nichts von Janne Teller.

8. Tag: San Juan – Atlanta – Frankfurt – Jena

Puerto Rico - Rückflug
Nach einer wundervollen Woche mit vielen neuen Eindrücken steht uns heute also wieder die Heimreise bevor. Das Frühstück gegen halb 7 fällt etwas kürzer aus, da unser Flug bereits dreiviertel 9 abhebt. Der Taxifahrer bringt uns gleich in den richtigen Eingangsbereich, es folgt der übliche Gepäck-Scan und der anschließende problemlose Self-Check-In-Vorgang. Pünktlich heben wir mit Delta ab und landen wir Stunden später wieder in Atlanta. Dieses Mal wird unser Gepäck automatisch zum Anschlussflug transportiert und wir müssen vom Flugsteig B zu E wechseln. Dort bleibt uns bis 16:30 noch genügend Zeit für ein Wok-Mittagessen. Dann startet der Transatlantik-Flug wieder mit Delta, das individuelle Bord-Programm hält gut vom Schlafen ab und aufgrund der Zeitverschiebung landen wir 9 Stunden später bereits gegen Sonntag 8 Uhr in Frankfurt am Main (Ortszeit). Auf der letzten Etappe im ICE nach Jena tanke ich dann doch noch ein wenig Schlaf, zum Glück ohne böse Jetlag-Folgen.

Und wenn mich die Sehnsucht packt, gibt’s hier was zu sehen und zu hören

Kommentare [5]

  1. Micha schrieb am 19. Oktober 2010, 16:14 [#]

    NEID!!! :D

    Klasse geschrieben und macht Lust auf mehr… vor allem mehr Bilder ;) Das wäre was für mich gewesen, bereue ich es doch, mich damals in Mexico noch nicht so sehr mit dem Thema Fotografie auseinandergesetzt zu haben.
    Die Odyssee am Hartsfield-Jackson-Airport kann ich nachvollziehen, erging es mir doch seinerzeit genauso. Verwundert bin ich darüber, dass Euch der Flug über NY brachte! Interessante Strecke die da geflogen wurde. Meistens geht’s ja ab Neufundland über’s Hinterland. Als Freak bin ich auch neidisch daruaf, dass es wohl eine “triple seven” war auf dem Rückflug!? (wenn mich das Bild nicht täuscht)
    Hey – und für ‘ne Dienstreise ned schlecht ;)

  2. Matthi schrieb am 20. Oktober 2010, 09:32 [#]

    @Micha: danke für die Blumen! Das Fotografieren war allerdings manchmal gar nicht so einfach, weil sich die Kamera auch schnell an gekühlte Räume gewöhnt hat und dann die Optik beim Verlassen schön angelaufen ist.
    Von der Gepäckabfertigung in Atlanta haben uns auf dem Hinflug zwei Mädels die schaurigsten Geschichten erzählt, so nach dem Motto bei allen Flugsteige außer A+B geht das Gepäck verloren. Damit hatten wir zum Glück keine Probleme, aber der Menschen-Ansturm war schon krass.
    Der Flug über NY war toll, vielleicht wollte der Pilot seinen Passagieren einen Gefallen tun. Die meisten haben aber geschlafen ;) Das Rückflug-Bild mit dem halben Flügel war nur die Strecke von San Juan nach Atlanta, es war definitiv eine Boing, aber welcher Typ weiß ich nicht mehr. Ich habe Dir auf Deine Privatadresse ein anderes Bild von der Startanfahrt in San Juan geschickt, da ist mehr Flügel drauf, vielleicht hilft’s ja :)
    Und hey – Deine Dienstreisen sind auch nicht zu verachten! :D

  3. Micha schrieb am 20. Oktober 2010, 16:31 [#]

    Danke für das Bild. Lege mich jetzt auf ‘ne 757 fest :) Recht seltenes Gefährt.
    Ja, man hört viele Schauergeschichten bezüglich Gepäck. Von KATL hatte ich noch nichts schlechtes gehört. Als berüchtigt gelten im Allgemeinen eher Heathrow, Charles de Gaulle und Madrid – nebst den Airlines die dort Ihren Hub haben.
    Ich hatte mal die Ehre in der Morgendämmerung über London zu fliegen. Die ganze beleuchtete Stadt in einem Blick. Leider noch zu dunkel zum Fotografieren gewesen :(

  4. Matthias schrieb am 20. Oktober 2010, 19:51 [#]

    Der Tip auf ‘ne Boeing 757 könnte schon stimmen, mit so einer sind wir definitiv mal geflogen und die beiden Atlantik-Querungen waren es nicht. Da hatten wir hinzu eine 747 und zurück auch eine Maschine mit zwei Gängen, wahrscheinlich eine 777. Aber so richtig selten ist die 757 nicht, jedenfall bei Delta, immerhin gut 180 Stück!

  5. Micha schrieb am 21. Oktober 2010, 09:44 [#]

    Ja, aber hier in Europa (abgesehen von DHL und ein paar Chartergesellschaften).