Bootstour Mecklenburg

15. August 2011     0 Kommentare

Prolog

Kanutour Mecklenburg - Karte
OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA]
Im mittleren Teil unserer diesjährigen Sommerurlaubs-Trilogie wollen wir mal ausprobieren wir gut Felix mit Zelt und Kanu zurecht kommt. Zwei Tage nach unserer Stubai-Woche ist alles frisch gewaschen, umgepackt und es kann losgehen. Die nachfolgend beschriebene Strecke kann in jeder GPX-fähigen Kartenanwendung geladen und detailliert nachvollzogen werden.

Montag, 15.08.: Wesenberg – Woblitzsee [3.5km]

Kanutour Mecklenburg - Tag 1
Schön, nach unserer letzten Mecklenburg-Bootstour vor sieben Jahren mal wieder in der Seenplatte zu sein! Und natürlich bleiben wir der Kanumühle als unserem Verleiher treu (3er Kanadier für 115 EUR/Woche), wo wir nach der Autofahrt im vollgestopften Corsa gegen 16 Uhr eintreffen. Anmelden, Gepäck in die Tonnen umpacken und bevor es losgeht ganz gemütlich noch ein Stück Kuchen genießen. Kurz vor 17 Uhr sitzen wir im Kanu und steuern aus dem Kanal auf den Woblitzsee raus, wir wollen den naturnäheren Teil der Oberen Havel erkunden. Felix hat auch ein kleines Kinderpaddel bekommen und versucht seine ersten Schläge. Viel interessanter für ihn sind aber der Käscher und die anderen Boote. Aufgrund des fortgeschrittenen Nachmittags steuern wir gegen 18 Uhr den Campingplatz Havelberge an und können für 16 EUR unser Zelt direkt am Wasser aufbauen. Nach dem Abendbrot zwingen uns die Mücken zu Felix ins Zelt, bis 22 Uhr dürfen wir noch der Beschallung aus der Kinder-Disco lauschen.

Dienstag, 16.08.: Woblitzsee – Useriner See [6.5km]

Kanutour Mecklenburg - Tag 2
Nachdem es in der Nacht kräftig geregnet hat, begrüßt uns heute wieder die Sonne von einem locker bewölkten Himmel. Gegen halb 10 genießen wir das Frühstück mit frischen Brötchen, bauen das Zelt ab und packen alles zusammen. Felix geht noch baden, bevor wir zur Mittagszeit ablegen. Während wir durch den Kanal paddeln, legt sich Felix für eine halbe Stunde zur Mittagsruhe quer auf seine Sitzbank im Kanu. An der Ausfahrt in den Großen Labussee halten wir zur Mittagspause mit Wurstbrötchen an. Anschließend ist es nicht mehr weit bis zur Zwenzower Schleuse, aufgrund der momentanen Pause nutzen wir die Lorenbahn zum Umtragen. Kurz nach 15 Uhr erreichen wir den C95 am Useriner See, hier ist es angenehm ruhig mit erstklassigen Sanitäranlagen und wir finden ein nettes Plätzchen zum Aufbauen (12 EUR/Nacht). Bis zum Abend beobachten wir Eichhörnchen, bauen im Sandstrand und lesen. Ein leichter Wind hält die Mücken in Schach und wir können etwas länger bei einer Flasche Wein sitzen. Mitten in der Nacht bricht ein Gewitter mit Blitz, Donner und Regen direkt über den Zeltplatz herein, zum Glück hinterlässt es keine Schäden.

Mittwoch, 17.08.: Useriner See – Babke [11km]

Kanutour Mecklenburg - Tag 3
Wieder starten wir sehr gemütlich in den Tag. Da uns nichts treibt, sind wir nach Frühstück, Packen und Abbauen des Zeltes erst wieder 11 Uhr startklar. Mittlerweile befinden wir uns im Nationalpark Müritz, leider sind trotz himmlischer Ruhe im Zierzsee und Görtowsee nur ganz wenige Haubentaucher zu beobachten. Am Rastplatz in Blankenförde-Kakeldütt halten wir an und essen ein Eis, einen kleinen Tante-Emma-Laden für frisches Gemüse und Obst suchen wir jedoch vergeblich. Also fahren wir weiter, mittlerweile gegen eine spürbare Strömung der Havel. Doch selbst ein Abstecher zum Campingplatz Hexenwäldchen am Jamelsee ist im dortigen Mini-Shop nicht von Erfolg gekrönt und so fahren wir weiter über den Jäthensee bis zur Umtragestelle beim Fischer Babke. Dort kommen wir gegen 16 Uhr an, für 10 EUR dürfen wir auf der angrenzenden Wiese unser Zelt aufbauen und bleiben sogar alleine. Zum Abendbrot gibt es natürlich geräucherten Fisch mit Brötchen, dazu ein Weinchen – was für wunderbares Gefühl von Freiheit, man fühlt sich fast wie an der Czarna Hancza.

Donnerstag, 18.08.: Babke – Useriner See [11km]

Kanutour Mecklenburg - Tag 4
Mit der gestrigen Etappe haben wir den nördlichsten Punkt unserer Tour erreicht und fahren heute auf der gleichen Strecke wieder zurück. Mittlerweile gehen uns die verschiedenen Abläufe bereits flüssiger von der Hand, Felix hilft auch mit beim Ausräumen des Zeltes und so können wir unter praller Sonne gegen 10 Uhr starten. Aufgrund der massiven Regenfälle in den vergangenen Wochen führt die Havel noch sehr viel Wasser, der Kanal ist randvoll wodurch ein Rundum-Blick auf die Umgebung möglich ist. Wir steuern wieder den Campingplatz Hexenwäldchen an in der Hoffnung auf eine frische Gemüse-Lieferung, leider ohne Erfolg. Wir nutzen die Pause aber gleich zum Baden und Mittagessen, anschließend geht es weiter mit der Strömung. Auf dem Görtowsee begegnen uns zwei Park-Ranger im Sport-Kajak, nach eigener Aussage patrouillieren sie auf der Strecke zwischen Käbelicksee und Useriner See täglich im Nationalpark Müritz. Den letzten Kilometer wieder zum Campingplatz C95 schlagen wir etwas kräftiger, um einem drohenden Regenschauer zu entgehen. So haben wir bereits halb 3 unser Tagesziel erreicht und bauen an gleicher Stelle wie vorgestern auf. Den Nachmittag verbringen wir ganz entspannt beim Käschern, Angeln und Lesen.

Freitag, 19.08.: Useriner See – Woblitzsee [6.5km]

Kanutour Mecklenburg - Tag 5
Da unser heutiges Pensum bis zum Woblitzsee fast nur der Hälfte unserer gestrigen Strecke entspricht, beschließen wir erst am Nachmittag loszufahren. So kann Felix nach dem Frühstück noch ausgiebig spielen und sich später im Zelt noch beim Mittagsschlaf ausruhen. Halb 3 sind wir schließlich startklar und fahren erstmal zur Zwenzower Schleuse. Auf dem Labussee hat der starke Westwind bereits kleine Schaumkämme auf den Wellen erzeugt, wir stürzen uns in das Abenteuer. Dank des Rückenwinds kommen wir schnell bis zur Ausfahrt wobei nur eine Handvoll Wellen ins Boot schwappen. Im Kanal ist es schlagartig ruhiger, gemütlich schippern wir bis zum Campingplatz Havelberge und erreichen diesen gegen 16 Uhr. Unseren letzten Tag lassen wir am Abend beim Campingplatz-Musical ausklingen, Felix tanzt voller Freude zu ein paar Oldies und kann danach gut schlafen.

Sonnabend, 20.08.: Woblitzsee – Wesenberg [3.5km]

Zum Glück begrüßt uns ein sonniger Morgen, so kann das Zelt schön trocknen und es lässt sich nach dem Frühstück ordentlich verpacken. Halb 11 starten wir zu den letzten 3km bis zur Kanumühle, auch wenn sich diese aufgrund des seitlichen Gegenwinds auf dem Woblitzsee etwas anspruchsvoller gestalten. Eine Stunde später haben wir es geschafft, packen alles wieder aus den Tonnen ins Auto und essen zum Mittag noch eine Bockwurst, bevor es Richtung Ostsee in die letzte Urlaubswoche geht.

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