Radtour Engadin

9. September 2004     0 Kommentare

Prolog

Engadin - Karte
OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA]
Nachdem es mit der gemeinsamen Radtour Oetztal-Marathon 2004 nicht geklappt hatte, starten wir Anfang September einen neuen Versuch. Mit dabei sind jetzt Tom, Susi, Tom’s Vati, Sven, Steve, Frank und ich. Als Ausgangspunkt für verschiedene Sterntouren haben wir uns in St. Moritz die Jugendherberge gewählt. Die nachfolgend beschriebene Strecke kann in jeder GPX-fähigen Kartenanwendung geladen und detailliert nachvollzogen werden.

Donnerstag, 09.09.: Anfahrt nach St. Moritz

Während Tom’s Vati, Susi und Steve bereits am Vormittag mit einem Transporter und allen Fahrrädern nach St. Moritz losgefahren sind, startet der Rest in Frank’s Auto nach einem verkürzten Arbeitstag gegen viertel 3. Über die A4/A9 nach Nürnberg, dort auf der A6 nach Westen und auf der A7 schließlich in den Süden. Nach dem Bodensee geht es bis Thusis weiter auf er Autobahn, von dort auf der Landstraße und im Dunkeln über den Julierpass. Gegen 21.30 Uhr kommen wir in St. Moritz an der Jugendherberge an und beziehen unsere Zimmer.

Freitag, 10.09.: St. Moritz – Albula-Pass – Tiefencastel – Julier-Pass – St. Moritz [105km, 2000Hm]

Engadin - AlublapassHalb 8 klingelt ein Wecker, vorbei ist der Schlaf. Beim Frühstück langen wir ordentlich zu, dann noch Getränke auffüllen, die Räder aus dem Transporter holen und kontrollieren. Halb 10 rollen wir los zum See, an der Stadt vorbei und auf der B27 nach La Punt. Hier biegen wir ab zum Albulapass, es geht sofort mit mehreren Kehren in den Berg rein. Unter der spätsommerlichen Sonne am strahlend blauen Himmel werden die ersten Jacken verstaut und jeder sucht sich seinen Tritt. Nach den ersten Kilometern mit 12% wird es etwas flacher, wir sammeln uns nochmal bevor es dann endgültig zur Passhöhe geht. Halb 1 kommen wir am Hospiz an, genießen die Aussicht und entspannen uns. Nun steht uns eine lange Abfahrt bis nach Tiefencastel bevor, zuerst durch die schroffe Gebirgswelt, dann kommen wir an saftig grünen Wiesen vorbei und passieren wunderschöne Bergdörfer. Bis auf einige scharfe Kurven in den Serpentinen kann man locker laufen lassen, das schont auch die Bremsen. Auf nur noch 850 Höhenmeter angekommen legen wir eine Pause ein, bevor es in den Anstieg zum Julierpass geht. Jetzt müssen wir die soeben abgefahrene Strecke wieder hochstrampeln, zudem auf einer stark befahrenen Straße. Nach Savognin schwinden bei Frank die Kräfte, Tom und ich motivieren ihn während die anderen vorne ihr Tempo fahren. Nach Bivio steigt Frank ab und will sich abholen lassen, Tom und ich kämpfen uns noch die letzten Serpentinen zum Pass hoch. Engadin - Julierpass Kurz durchatmen und die Stimmung wirken lassen, dann rollen wir zu Tale zurück nach St. Moritz. Anschließend holen wir noch Frank mit dem Transporter am Julierpass ab, dann können wir beim sehr reichlichen Abendbrot mit Nachschlag die Energiereserven wieder auffüllen. Frank entscheidet danach, morgen wieder gen Heimat zu fahren, packt seine Sachen und holt sich Informationen für eine Zugverbindung.

Sonnabend, 11.09.: St. Moritz – Zernez – Livigno – Bernina-Pass – St. Moritz [109km, 1500Hm]

Engadin - LivignoWie bereits gestern angekündigt tritt Frank heute den Heimweg an. Um mit einer vernünftigen Zugverbindung nach Jena zu kommen, fahren wir nach St. Margarethen am Bodensee zum Bahnhof. Ich fahre mit seinem Auto wieder zurück, gegen 11 Uhr bin ich an der Jugendherberge, setze mich sofort auf’s Rad und folge den anderen auf der für heute geplanten Runde. Zuerst geht es ca. 40 Kilometer zügig auf der B27 am Oberinn entlang nach Zernez. Hier biege ich auf die Straße zum Ofenpass ab, die sich bis nach Ova Spin einige hundert Höhenmeter hochschlängelt und anschließend zum Eingang des Munt-la-Schera-Tunnel wieder ins Tal hinabführt. Engadin - BerninapassDort angekommen muss ich auf die nächste Grünphase warten, dann beginnt ein 4 Kilometer langer Sprint durch den Berg. Auf der anderen Seite wird der Blick auf einen Stausee frei, an dessen Westufer die Straße durch Galerien führt. Hier kommt man windgeschützt gut voran und so bin ich am frühen Nachmittag in Livigno. Mittlerweile sind ein paar Wolken aufgezogen und es gibt einen kurzen Regenschauer, den ich aber gleich für eine Pause nutze. Nun erwartet mich der Aufstieg zum Forcola di Livigno auf 2315 Metern. In einer sehr langgezogenen Linkskurve erklimmt die Straße das Joch, Stück für Stück rückt das Ziel näher. Oben angekommen geht es nach einer kurzen Pause weiter, ein paar Kilometer kann man durchatmen bis die Straße zum Bernina-Pass erreicht ist. Hier sind noch ein paar nette Serpentinen zu bezwingen, dann habe ich es geschafft! Von jetzt an rollt es bis zum Abzweig nach St. Moritz schön gemütlich zu Tale, vorbei am Morteratsch-Gletscher und dem Piz Bernina. Gegen halb 6 bin ich wieder an der Jugendherberge, die anderen warten bereits auf das Abendbrot.

Sonntag, 12.09.: Rückfahrt nach Jena

Auch heute ist wieder nix mit ausschlafen, da wir vor der Rückreise noch einen Abstecher zum Stilfser Joch machen wollen. Nach dem Frühstück packen wir die Autos und fahren über den Ofenpass nach Glurns. Leider ist es total verhangen, wir wagen trotzdem den Aufstieg. Kurz nach Prad regnen wir jedoch komplett ein und beschließen umzukehren, da man sehr schnell auskühlt und es auch keinen wirklichen Spaß macht. Am Auto erstmal in trockene Klamotten schlüpfen und dann gemütlich gen Heimat. Über den Reschenpaß, weiter auf bekannten Wegen über den Fernpaß und ab Garmisch-Partenkirchen auf der Autobahn nach Jena. Halb 8 kommen wir an, ich bringe Frank noch sein Auto zurück. Es war eine wunderschöne Aktion, die unbedingt einer Fortsetzung würdig ist.

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