Segeltörn Kroatien

14. Mai 2005     0 Kommentare

Prolog

Segeln - Karte
OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA]
Die nachfolgend beschriebene Strecke kann in jeder GPX-fähigen Kartenanwendung geladen und detailliert nachvollzogen werden.

Sonnabend, 14.05., Jena – Bibinje/Zadar [1100km]

Für einen Teil unserer Volleyballer steht dieses Jahr zu Pfingsten ein Segeltörn in den Kornaten vor der kroatischen Küste an. Mit zwei Autos starten wir (Harro, Andi, Knut, Martin, Frank, Oli, Matthi) Freitagabend Richtung Süden, über Graz und Zagreb kommen wir schließlich nach einer langen Fahrt durch die Nacht am Sonnabend Mittag in der Marina Dalmacija in der Nähe von Zadar an. Im Hafen suchen wir den Vercharterer und unsere Yacht vom Typ Beneteau Oceanis 423, packen unsere Sachen um und kaufen noch ein paar frische Lebensmittel ein. Gegen halb 4 können wir ablegen, leider bemerkt unser Skipper Harro, dass er sein GPS und Handy im Auto vergessen hat – wir drehen um und wollen morgen früh am Morgen starten.

Sonntag, 15.05., Bibinje – Žirje [34sm]

Segeln - KurshaltenHeute geht es nun endlich raus auf’s Wasser, unser Segeltörn beginnt! Bereits gegen 8 Uhr machen wir die Leinen los und tuckern aus dem Hafen. Mit einem Glas Orangensaft und Rum stoßen wir an und bringen Neptun ein Opfer. Während unser Smutje Oli unter Deck mit der Zubereitung des Frühstücks beginnt, bringt uns wegen anhaltender Flaute der Diesel durch den Pašmanski Kanal. Wenigstens kommt die Sonne raus und so bietet sich ein Sprung ins Wasser und Entspannung auf dem Deck an, am Nachmittag können wir sogar den Diesel abstellen. Gegen 17 Uhr steuern wir eine einsame Buch auf der Insel Žirje an und ankern. Nach dem nun jeden Abend fälligen traditionellen Anlegebier setzen wir mit dem Dingi zur Insel über und erkunden diese ein wenig. Zurück auf dem Boot kocht uns Oli einen großen Topf Spaghetti, bis Mitternacht sitzen wir in der lauen Abendluft mit einem Glas Rum und quatschen.

Montag, 16.05., Žirje – Sveti Klement [52sm]

Segeln - Doppelkopf am AbendTrotz eines langen Abends lichten wir schon in aller Frühe gegen 7 Uhr den Anker und fahren unter Motor bei dichter Bewölkung in südöstliche Richtung in größerem Abstand zur Küste. Unser heutiges Ziel ist die Insel Sveti Klement vorgelagert zur Insel Hvar. Gegen Mittag frischt der Wind ein wenig auf, das Großsegel und die Genua bringen uns mit immerhin 6 Knoten voran. Am späten Nachmittag müssen wir wieder auf Motorkraft zurückgreifen und legen bald darauf in der ACI Marina Palmizana auf Sveti Klement an – Anlegebier! Nach Kassler und Bratkartoffeln verbringen wir den Abend mit Rum, Doppelkopf und Unterhaltung in der gemütlichen Messe.

Dienstag, 17.05., Sveti Klement – Trogir – Sturmbucht [40sm]

Segeln - TrogirDas gestrige Rumgelage war wohl doch etwas lang, halb 10 kommt erst Leben ins Boot. Zum Frühstück gibt’s wieder eine Pfanne mit Schinken, Eiern und Gemüse. Als wir den Hafen verlassen, weht uns eine ordentliche Brise von 20 Knoten um die Ohren, endlich können mal richtig Segeln bei leichter Schieflage. Um unsere Vorräte aufzufrischen und auch etwas von dem Land mitzubekommen, steuern wir Trogir an und machen gegen halb 4 am Stadtkai fest. Im nächsten Supermarkt decken wir uns mit allem Notwendigen ein, verstauen dies im Boot und bummeln noch eine Runde durch die Stadt. Mit dem Manöver Eindampfen in die Vorspring verlassen wir Trogir und suchen uns eine gemütliche Bucht für die Nacht, die wir erst recht spät gegen 20 Uhr finden. Nach einer erfolglosen Wanderung zu einem noch geschlossenen Fischrestaurant muss eine Linsensuppe für heute genügen.

Mittwoch, 18.05., Sturmbucht – Murter [36sm]

Segeln - Sonnenuntergang bei JezeraMitten in der Nacht wird’s auf einmal ziemlich hektisch, ein aufkommender Sturm hat uns in der Bucht erfasst und den Anker gelöst, die Gegenleine an Land dreht uns immer mehr ans Ufer. Da hilft nur kappen und wir fahren bei 36 Knoten Wind unter Motor auf die stürmische See hinaus. In einer für die aktuellen Windverhältnisse ruhigere Bucht bei Rogoznica ankern wir gegen 7 Uhr erneut, während sich die anderen nochmal auf’s Ohr hauen halte ich Ankerwache. Halb 11 beginnt der eigentliche Tag, bei einer weiterhin steifen Brise segeln wir an Sibenik vorbei zur ACI Marina Jezera auf der Insel Murter. Dabei können wir endlich mal ein paar Kreuz-Manöver fahren, auch die Schieflage macht richtig Spaß am Ruder und erlaubt Fischegucken unter Deck! Erst kurz vor 19 Uhr legen wir an, nach Anlegebier und Dusche gehen wir lecker essen, Fischplatte natürlich.

Donnerstag, 19.05., Murter – Žut [18sm]

Segeln - Übersetzen mit dem DingiWieder einmal sorgen Rum und Lügenmax am Abend zuvor für ein spätes Erwachen. Zudem hindert uns ein ordentlicher Sturm am Auslaufen, da bleibt wenigstens noch Zeit für eine kleine Ortsbegehung. Gegen 13 Uhr sind die größten Windspitzen abgeklungen und wir können auslaufen. Unser Ziel ist die Insel Žut mitten in den Kornaten. Trotz gereffter Segel pflügen wir bei 30-48 Knoten Wind mit 8-10 Knoten durch’s Meer, was für ein Gaudi. So wundert es nicht, dass wir bereits gegen 16 Uhr die ruhigeren Gewässern zwischen den vielen Inseln der Kornaten erreicht haben. Wir ankern in einer schönen Bucht, zum Anlegebier gibt’s heute sogar noch Eierkuchen. Mit einer selbstgebauten Dingi-Fähre gehen wir an Land und kehren in einem einsamen aber urgemütlichen Fischrestaurant ein. Dort werden wir sehr freundlich bedient und mit Fischplatte, Kartoffeln, Brot, Salat und Wein einfach aber auch sehr lecker verköstigt – mit direktem Blick auf die Bucht. Der Fischer entschuldigt sich dafür, dass er uns kein Bier anbieten kann – er konnte bei dem Sturm nicht zur Versorgungsfahrt raus! Zurück auf dem Boot gönne ich mir noch eine Runde Schwimmen unter Sternenhimmel, bevor wir wieder dem Glücksspiel und Rum frönen.

Freitag, 20.05., Žut – Bibinje [24sm]

Segeln - KornatenHeute steht leider schon die letzte Segeletappe an, das Wetter meint es aber nochmal richtig gut mit uns. Nach dem Aufstehen hilft erstmal ein Sprung ins Meer um richtig wach zu werden, dann legen wir gut gestärkt durch das Frühstück kurz vor Mittag ab. Der erste Kurs führt uns am südlichen Ende der Insel Pašman vorbei, dann kreuzen wir gegen den Wind im Pašmanski Kanal nach Norden und erreichen gegen 17 Uhr unseren Ausgangspunkt Bibinje. In der Marina muss noch der Diesel nachgetankt und das Boot vom Vercharterer abgenommen werden, parallel packen wir schon die ersten Sachen zusammen. Für das Abendbrot und die morgige Rückfahrt kaufen wir in Zadar noch die fehlenden Lebensmittel.

Sonnabend, 21.05. Bibinje – Jena [1100km]

Segeln - AnlegebierNach der letzten Nacht auf dem Boot beginnt der Tag mal etwas früher gegen 7 Uhr, wir lassen uns das Frühstück schmecken und treten die Heimreise an über Zagreb, Maribor und Graz. Am Nachmittag in den Alpen tauschen wir die Fahrer und ich mache es mir auf dem Rücksitz bequem. Nach gut 12 Stunden Fahrt kommen am Abend wieder in Jena an.

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