Westküste USA

21. Juni 2014     0 Kommentare

Prolog

USA 2014 - Karte
OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA]
Nachdem wir die letzten Sommer mit Paddeln und Wandern doch sehr aktiv verbracht haben, soll es dieses Jahr mal ein ganz anderer Urlaub werden. Noch dazu wollen wir die vorerst letzte Reisegelegenheit außerhalb der Ferienzeit nutzen, bevor Felix ab September ein Schulkind wird. Unser Ziel ist der Südwesten der USA für eine dreiwöchige Nationalpark-Rundreise, wobei uns eine Strecke von knapp 6000km mit Start und Ziel in San Francisco bevorsteht.

Samstag, 21.06.: (Jena -) Frankfurt – Detroit – San Francisco

USA 2014 - Tag 1
Am späten Freitag-Nachmittag starten wir dreiviertel 6 am Bahnhof Jena-West beladen mit drei großen Gepäckstücken, je einem Rucksack und dem wichtigen Verpflegungs-Beutel. Ab Erfurt geht es dann etwas entspannter im ICE direkt zum Fernbahnhof unterm Frankfurter Flughafen, wo wir viertel 10 ankommen. Ein paar Rolltreppen später ist mit dem Hilton Garden Inn (89 EUR) unser heutiges Ziel erreicht, damit sind morgen die Wege und Verspätungsrisiken bis zum Check-In auf ein Minimum begrenzt.
Kurz vor 7 Uhr klingelt der Wecker und eine halbe Stunde später sitzen wir im Shuttle-Bus, der uns am Terminal 2 wieder ausspuckt. Die Buchung des Fluges selbst über das Lastminute-Portal glich über einige Wochen einem Glücksspiel mit den Ticketpreisen, letztlich schlugen wir bei einem Gesamtpreis von 2130 EUR für uns als Familie zu. Nach Self-Checkin und Gepäck-Aufgabe bei Air France bleibt noch etwas Zeit bis zum Boarding, die Felix zum Rumtoben auf dem Kinderspielplatz am McDonalds nutzt. Mit knapp 45min Verspätung startet dann halb 11 unser Flug AF 3609 nach Detroit, wo wir nach 8,5 Stunden gegen 13 Uhr Ortszeit ankommen. Die Einreise-Kontrolle verläuft trotz Gepäck-Abholung und erneuter Abgabe erstaunlich schnell und unproblematisch, das haben wir in Atlanta auf dem Flug nach Puerto Rico aber auch schon ganz anders erlebt. So gibt es noch ausreichend Gelegenheiten zum Karten spielen und entspannen, bis es kurz vor 16 Uhr mit Flug DL 1145 auf das zweite Teilstück geht. Felix schaut wieder einen Film, wird dann aber endlich müde und schläft ein. Nach gut 4,5 Stunden landen wir schließlich in San Francisco bei schönstem Wetter gegen 18 Uhr. Jetzt nur noch das Gepäck einsammeln und mit dem SkyTrain eine Runde zur zentralen Autovermietung gefahren, um dort unseren Chevrolet Cruze für 610 EUR (3 Wochen) nach einem netten Plausch am AVIS-Schalter entgegen zu nehmen. Als wir aus dem Parkhaus fahren und uns dem ersten Highway-Kreuzungs-Spaghetti nähern, bin ich froh die Navigator-App mit heruntergeladenen OSM-Karten dabei zu haben. So werden wir sicher zum Motel Royal Inn geleitet, checken ein ($110/Nacht, 1 USD = 0,73 EUR) und fallen ziemlich müde und geschafft gegen 21 Uhr ins Bett.

Sonntag, 22.06.: San Francisco

USA 2014 - Tag 2
Mitten in der Nacht um 3 Uhr wird Felix wach, seine innere Uhr ist offensichtlich noch nicht umgestellt. Nach Kuscheln und Lesen stehen wir letztlich 6 Uhr auf und wanken in die Tankstelle nebenan für ein Frühstück mit Donut, Kaffee und Ham&Eggs-Burger. Anschließend sind wir startklar zur Erkundung von San Francisco. Für die Fahrt ins Zentrum parken wir in Colma an der BART-Station, zahlen insgesamt $21 für drei Roundtrip-Tickets und steigen nach 20 Minuten ganz entspannt an der Powell Street mitten im Herzen der Stadt aus. Hier werden auch gleich die 3-Tages-MUNI-Pässe ($23) verkauft, mit denen der gesamte öffentliche Nahverkehr in San Francisco genutzt werden kann. Insbesondere sind auch die weltberühmten Cable Cars inbegriffen. Wir versuchen der riesigen Warteschlange an der Wendestelle Market Street zwei Stationen weiter am Union Square zu entgehen, bis zur Mitnahme (je Bahn 4-6 Personen) vergeht aber auch eine halbe Stunde. Nach einer luftigen Fahrt über die hügeligen Straßen ist am Aquatic Park die Endhaltestelle erreicht. Von hier bietet sich bereits ein toller Blick über die Bucht zur Golden Gate Bridge und Alcatraz, wir schlendern ein wenig am Ufer entlang um in Ruhe anzukommen. Auf dem Weg durchs Hafenviertel Fisherman’s Wharf finden sich bei Cioppino’s leckere Dinge gegen den aufkommenden Hunger, auf der anschließenden Rechnung sind auch gleich unmissverständlich die gängigen Trinkgelder (15%-20%) gestaffelt ausgewiesen. Weiter laufen wir durch das bunte Gewühl bis zum Pier 39, leider wollen sich die Seelöwen heute nicht zeigen. Als Trost gibt’s für Felix ein Eis und wir suchen uns den Weg hinauf zum Telegraph Hill. Der Eintritt zum Coit Tower ist für insgesamt $10 erstaunlich günstig und nach 20 Minuten Wartezeit haben wir einen tollen Panoramablick über die wichtigsten Stadtteile von San Francisco. In der Ferne ist auch schon der kurvenreiche Abschnitt der Lombard Street zu sehen, wohin uns ein Bus über die Union Street bringt. Mittlerweile ist es 16 Uhr und Felix hängt wegen Jetlag und einer sich anbahnenden Erkältung etwas durch. Deswegen nehmen wir die nächste Cable Car auf der Powell-Hyde-Linie und fahren mit dem BART wieder nach Colma. Zurück im Motel schläft Felix nach der Dusche sofort erschöpft ein, ich suche gegenüber im Grocery Outlet die Bestandteile eines klassischen Abendbrots und komme zurück mit Sandwich-Zutaten, Salat und Obst. Mahlzeit.

Montag, 23.06.: San Francisco

USA 2014 - Tag 3
Die Auswirkungen des Jetlags schwächen sich bereits ab und so ist Felix erst gegen 6 Uhr wach. Knapp zwei Stunden später starten wir in den Tag mit Brot, Käse/Wurst und Trinkjoghurt zum Frühstück. Auch heute wollen wir nochmal San Francisco erkunden und nutzen für die Anfahrt wie gestern die BART-Verbindung von Colma bis zur Powell-Street. Hier steigen wir in eine alte Straßenbahn (Linie F) bis zum Pier 33, doch leider gibt es keine Alcatraz-Tickets mehr für die nächsten drei Wochen! So schlendern wir weiter zum Pier 39 und buchen stattdessen die Schiffsrundfahrt Bay Cruise Adventure. Für $74 schippern wir ab viertel 1 in einer Tour am Hafenviertel vorbei, unter der Golden Gate Bridge durch und umrunden Alcatraz. Nach der guten Stunde mit frischer Seeluft meldet sich der Hunger und wir probieren heute mal eine sehr leckere Chowder Soup im Brot, Felix bleibt bei Pommes mit Salat. Anschließend spazieren wir ganz gemütlich durch China Town bis zum Beginn des Financial District am St. Mary’s Square, wo wir in der Nachmittagssonne entspannen während Felix sich auf dem Spielplatz austobt. Bevor gegen halb 6 die Rückfahrt ansteht, rollen wir mit der Cable Car noch bis zum Ferry Building, wo sich bei Kaffee und Obst die ankommenden Fähren beobachten lassen. Zurück am Motel besorge ich mit Felix im Supermarkt die Grundausrüstung für die anstehenden Fahrtage, dazu gehören zwei Gallonen Wasser, etwas Obst und ein paar Süßigkeiten.

Dienstag, 24.06.: San Francisco – South Lake Tahoe [220mi]

USA 2014 - Tag 4
Heute starten wir nun endlich auf die erste Etappe unserer eigentlichen Rundreise. Da Felix wieder halb 5 wach ist, steht einem zeitigen Aufbruch nach dem Frühstück mit Kaffee, Tee und Ham&Eggs-Burgern nichts im Weg. Pünktlich zum Berufsverkehr reihen wir uns gegen halb 9 auf der I-280 in den zähflüssigen Verkehr ein, verlassen aber am Presidio die Hauptstraße und folgen den verschlängelten Nebenstraßen zum Fuße der Golden Gate Bridge. Hier haben wir Glück und können bei strahlend blauem Himmel den Ausblick auf die atemberaubende Brücke und die Bucht genießen. Kurze Zeit später wechseln wir die Perspektive beim Überfahren der Brücke (in Süd-Nord-Richtung mautfrei) und folgen ganz entspannt den gut ausgebauten Highways US-101, SR-37 und der I-80 nach Sacramento. Ein paar Meilen später legen wir eine Mittags- und Einkaufspause im Walmart in Rancho Cordova ein um für Felix eine Sitzerhöhung zu besorgen, auf dem Parkplatz schlagen uns bereits 32°C Hitze entgegen. Noch ein paar Grad mehr sind es, als wir kurz darauf gegen 14 Uhr Jörg und Familie in El Dorado Hills besuchen. Die nächsten vier Stunden nutzen wir zum Erzählen, einem Besuch beim Intel Kids-Day in Folsome sowie zum gemeinsamen indischen Abendessen im Chaatney. Nach der Verabschiedung bringt uns der Highway US-50 über teils kurvige Passagen nach South Lake Tahoe, wo wir gegen 20 Uhr am Motel Budget Inn ankommen ($57) und Felix sofort einschläft. Ich plane noch die morgige Fahrstrecke und reserviere am Ziel das nächste Motel per Kreditkarte, was durch die Verknüpfung von Google-Maps mit diversen Hotel-Portalen über die Dauer des gesamten Urlaubs problemlos funktioniert.

Mittwoch, 25.06.: South Lake Tahoe – Mammoth Lakes [180mi]

USA 2014 - Tag 5
Felix wird gegen 7 Uhr wach, gute Zeit aufzustehen und das Motel-Zimmer zu räumen. Unser Frühstücks-Glück suchen wir heute gleich gegenüber im Heidi’s Dinner, wobei die $40 für Pancakes, Rührei und Kaffee auch nicht gerade ein Schnäppchen sind. Gestärkt für den Tag fahren wir anschließend auf der CA-89 ein kurzes Stück zur Emerald Bay und parken am Inspiration Point. Hier beginnt ein gemütlicher Rundweg (3km) zu den Cascade Falls, wo Felix am Wasser zwischen den Steinen spielen kann und sich die Sonne entspannt genießen lässt. Gegen 14 Uhr sind wir zurück in South Lake Tahoe, tanken ($40 für 10 Gallonen) und genießen im Sno-Flake einen Klassiker mit Burger, Hotdog und Milch-Shakes ($30).
USA 2014 - Tag 5
Am frühen Nachmittag verlassen wir endgültig die nördlichste Station unserer Rundfahrt, über den Kingsbury Grade geht es auf der NV-207 ein Stück durch Nevada bevor wir auf der US-395 weiter durch Kalifornien nach Süden fahren. Dem Abzweig der CA-270 folgend befinden wir uns nach einem Stück Schotterpiste gegen 17 Uhr in der Geisterstadt Bodie. Die Erkundung ($15) der ehemaligen Goldgräber-Stadt mit den teilweise sehr gut erhaltenen Häusern und der vollständigen Inneneinrichtung ist wie eine Zeitreise, sehr faszinierend. Nach einer Stunde geht es auf die letzte heutige Etappe über die CA-167 zurück zur US-395, 19 Uhr erreichen wir schließlich mit Mammoth Lakes das Tagesziel und checken im Travelodge ($94) ein. Mit der täglichen Tintenfisch-Folge gleitet Felix in den wohlverdienten Schlaf.

Donnerstag, 26.06.: Mammoth Lakes – Fresno [220mi]

USA 2014 - Tag 6
Bereits halb 6 ist die Nacht für Felix und mich zu Ende, wir bauen etwas Lego, kuscheln und lesen noch eine gute Stunde. Zum Frühstück gibt es in der Lobby Cornflakes, Milch, Toastbrot und Kaffee, allerdings im Einweg-Geschirr aus Styropor. Halb 9 starten wir im Regen, die umliegenden Berge sind von tiefhängenden Wolken umhüllt. An dieser Wetterlage ändert sich auch nichts während der gesamten Fahrt über den Tioga-Pass, sodass wir dessen Schönheit leider nicht richtig wahrnehmen können. Beim Übergang in den Yosemite-NP kaufen wir gleich eine Jahreskarte ($80), welche uns zum beliebigen Besuch aller US-Nationalparks berechtigt. Kurze Zeit später legen wir am Lembert Dome eine Pause ein, holen die Regensachen raus und kraxeln ein paar Meter die breite Granitflanke hoch. Auf der Weiterfahrt kommt glücklicherweise zunehmend die Sonne hervor und verdrängt die Wolken, sodass bei Ankunft im Yosemite Valley bereits wieder schönes Wetter herrscht. Nachdem El Capitan passiert ist, stellen wir das Auto auf dem zentralen Parkplatz am Yosemite Village ab und stärken uns zunächst mit Hamburger, Pommes und Caesar Salad. Ein Shuttle-Bus bringt uns tiefer in das Tal hinein, halb 2 steigen wir am Vernal Fall Trailhead aus und stiefeln los. Der Weg (2km, 360Hm) führt durch schattigen Wald entlang des Merced River, hier kommen wir gut voran. Nur im letzten Stück gibt es an einigen Treppen und der abenteuerlichen Fels-Passage etwas Stau inmitten der vielen anderen Wanderer. Schließlich erreichen wir 15 Uhr das Plateau des Vernal Fall mit der beeindruckenden Abbruchkante und entspannen vor dem Abstieg noch ein wenig am Emerald Pool. Kurz nach 18 Uhr sind wir zurück am Auto, mit beeindruckenden Ausblicken am Tunnel View und Glacier Point verabschieden wir uns vom Yosemite-NP und schlängeln uns auf der CA-41 durch die Berge nach Fresno. Gegen 21 Uhr checken wir bei noch sehr angenehmen 26°C im Travelodge ($67) ein und kippen nach der Dusche erschöpft ins Bett.

Freitag, 27.06.: Fresno – Lindsay [135mi]

USA 2014 - Tag 7
Gut erholt vom gestrigen langen Tag werden wir gegen halb 9 wach und suchen unser Frühstücksglück bei Carl’s Jr. quer über die Straße. Bevor wir zur nächsten Etappe Fresno auf der CA-180 Richtung Osten verlassen, bekommt unser Chevi auch mal wieder etwas zu trinken. Dafür ist zunächst am Schalter eine Säule per Vorkasse ($50) freizuschalten, um dann für diesen Betrag tanken zu können (12 Gallonen). Das Bezahlen per Kreditkarte direkt an der Zapfsäule scheitert leider bei erforderlicher Eingabe des ZIP-Codes. Nach kurzer Fahrt ist gegen 11 Uhr bereits der Kings Canyon NP erreicht. Von entsprechenden Parkplätzen starten wir bei angenehmen Temperaturen um 25°C zu kleinen gemütlichen Wanderungen über den Big Stump Trail (3km) sowie den General Grant Trail (1km) und kommen so in die direkte Nähe der mächtigen Riesenmammutbäume – plötzlich fühlt man sich so klein! Auf der anschließenden Weiterfahrt geht es nahtlos in den Sequioa NP über, am Lodgepol Visitor Centor legen wir eine Mittagspause ein bevor uns am Giant Forest Museum ein Shuttlebus zum Moro Rock bringt. Hier erwartet uns nach einem Aufstieg über 400 Stufen ein imposanter Rundumblick von dem freistehenden Granitfelsen bis zum Great Western Divide. Zurück am Auto verabschieden wir uns vom Sequia Nationalpark mit einer Fahrt durch den Tunnel Log, über die CA-198 verlassen wir wieder die Bergwelt und kommen gegen 19 Uhr in Lindsay an. Zur Freude von Felix hat unser heutiges Motel ($86) sogar einen Pool, der bei Abend-Temperaturen um 30°C für eine willkommene Abkühlung sorgt.

Samstag, 28.06.: Lindsay – Beatty [305mi]

USA 2014 - Tag 8
Mittlerweile hat sich Felix an die Zeitverschiebung gewöhnt und so können wir auch heute ganz gemütlich bis 8 Uhr ausschlafen. Das Motel-Frühstück ist mit Müsli, Toast, Waffeln, Obst, Tee, Saft und natürlich dem obligatorischen Kaffee ungewöhnlich abwechslungsreich. Draußen hat die Sonne aber schon wieder ganze Arbeit geleistet und so kommt uns die Erfrischung im Pool gerade recht, bevor wir gegen halb 11 auf der CA-65 in Richtung Süden starten. Zunächst säumen unzählige (leider schon geerntete) Orangen-Plantagen die Straße, kurz vor Bakersfield wird es dann inmitten eines Ölfeldes jedoch weniger beschaulich. In der Stadt legen wir am ersten großen Supermarkt eine Pause zum Auffüllen unserer Obst-Reservern ein und essen einen Salat zum Mittag. Weiter geht es nun nach Osten auf der CA-178, gegen halb 2 bietet sich an einer Day-Use-Area die Gelegenheit für eine wohltuende Abkühlung im Kern River. Über die CA-14 gelangen wir schließlich zum US-395, auf dem wir schon vor drei Tagen (jedoch gen Süden) gefahren sind. Nach einer Stunde durch karges Gebiet mit ein paar einzelnen Farmen tanken wir in Olancha ($35 für 8 Gallonen) und biegen erneut nach Osten auf die CA-190 ab. Die Außentemperatur bleibt jetzt konstant über 40°C und fordert der Klimaanlage Höchstleistungen ab. Darüber hinaus sind zwei anspruchsvolle Bergpässe inmitten der Steinwüste zu bewältigen, doch unser Chevi gibt sich keine Blöße. Das Death Valley lassen wir heute vorerst rechts liegen, gegen 19 Uhr ist Beatty erreicht und wir checken im Death Valley Inn ($78) ein. Trotz der wüstenartigen Umgebung gibt es auch hier einen Pool, der erfrischende Effekt ist jedoch bei Temperatur um 30°C bis in die Nacht schnell wieder dahin.

Sonntag, 29.06.: Beatty – Las Vegas [195mi]

USA 2014 - Tag 9
Gegen 8 Uhr erwachen wir aus einer tropischen Nacht und genießen zunächst für eine gute Stunde die Abkühlung im Motel-Pool. Anschließend werden die Taschen und Koffer wieder gepackt, die Obstbox für Felix geschnippelt und Trinkflaschen gefüllt. Damit sind wir halb 11 startklar und fahren zunächst auf der gestrigen Strecke zurück bis zum Hells Gate. Dem Abzweig in Richtung Osten folgend ist bald darauf der Death Valley NP erreicht. An der verlassenen Borax-Mine steht ein erster Stop an, der kurze Besichtigungs-Spaziergang bei glühender Sonne und 40°C Außentemperatur verschlägt einem fast den Atem. Auf der Weiterfahrt zum Badwater Basin kühlt uns die Klimaanlage wieder etwas ab, bevor die nächste Hitzewand auf uns wartet. Auf dem Rückweg folgen wir einer kleinen Nebenstraße zwischen Felsen und Schluchten zum Artist’s Pallete und halten schließlich am Zabriski Point. Hier bietet sich nach dem kleinen Aufstieg zum Aussichtspunkt ein phänomenaler Blick ins Death Valley, so langsam stellt sich auch eine Akklimatisierung ein. Gegen 13 Uhr verlassen wir auf der CA-190 den Nationalpark und kehren nach ein paar Meilen in Death Valley Junction zum Mittagessen ein ($12 für Hamburger, Pommes und Cola).
USA 2014 - Tag 9
Gut gestärkt und mit einem großen Becher gekühlter Cola im Getränkehalter geht es sehr entspannt weiter nach Osten, nach ein paar Meilen wechseln wir zum dritten Mal seit South Lake Tahoe in den Bundesstaat Nevada. Als nächste größere Stadt liegt Pahrump auf dem Weg, hier füllen wir unsere Vorräte an Obst und Getränken im Walmart auf. Ein gute Stunde später auf der NV-160 ist gegen halb 4 der Großraum von Las Vegas erreicht, nun will auch der Chevi mal wieder an die Zapfsäule ($45 für 12 Gallonen). Die letzten Meilen bis zum Hotel erfordern auf der 12spurigen Interstate 15 nochmal volle Konzentration, dann können wir halb 5 im Stratosphere Hotel einchecken ($60) und genießen anschließend im Hotel-Pool auf der achten Etage einen leckeren Cocktail ($20). Vor dem Abendessen beim Italiener ($110) geht’s hoch hinauf auf den Stratosphere Tower, hier bietet sich aus gut 350m Höhe ein atemberaubender Blick über das gesamte Stadtgebiet von Las Vegas. Den restlichen Abend nutzen wir für einen Spaziergang über einen Teil des Strip bis zum Venetian und Mirage, wobei die klimatisierten DEUCE-Busse ($18 für drei Tagespässe) stückweise eine willkommene Abkühlung bringen. Kurz vor Mitternacht ist Felix noch fit und wir fahren zum Abschluss des Tages ein zweites Mal im Stratosphere Tower hinauf für einen Blick auf die glitzernde Stadt, Viva Las Vegas!

Montag, 30.06.: Las Vegas – Mount Carmel Junction [190mi]

USA 2014 - Tag 10
Aufgrund der gestrigen nächtlichen Aktivitäten schlafen wir heute bis 9 Uhr aus und räumen anschließend das Zimmer. Das Frühstück am Hotel-Buffet für $15/Person lassen wir aus und genießen stattdessen einen leckeren Müsli-Joghurt mit Obst und Cafe ($44) im WholeFoods, nachdem der Strip bis zum "Las Vegas"-Schild abgefahren ist. Damit verlassen wir Las Vegas gegen Mittag und folgen der I-15 nach Nordwesten. Kurz vor dem Wechsel nach Utah (Zeitzone +1h) schlängelt sich der Highway spektakulär durch den Canyon des Virgin River, so macht Autofahren Spaß! Bevor es auf der UT-9 zum heutigen Tagesziel geht, legen wir in St. George um 15 Uhr noch eine kleine Mittagspause beim Burger King ein. Über Hurricane erreichen wir schließlich den Zion NP und stellen das Auto gegen 17 Uhr hinter dem Parkeingang am Visitor Center ab. Dort wartet bereits der Shuttle-Bus zur Zion Lodge, wo wir aussteigen und uns auf dem Emerald Pools Trail einen ersten Eindruck vom Tal verschaffen. Die kurze Wanderung endet bereits nach knapp 3km an der Station “The Grotto”, mit dem Shuttle-Bus geht es wieder zurück zum Parkplatz. Der Tag neigt sich bereits deutlich dem Ende entgegen, eine Fahrstunde auf der UT-9 bis Mount Carmel Junction wartet auch noch auf uns. Nach dem Checkin in der wunderschönen Best Western East Zion Thunderbird Lodge ($113) gegen viertel 9 springen wir aber trotzdem mal kurz für eine Erfrischung in den Pool.

Dienstag, 01.07.: Mount Carmel – Cannonville [120mi]

USA 2014 - Tag 11
Der Tag beginnt gut ausgeschlafen gegen 10 Uhr ganz entspannt mit Pancakes, Müsli und Toast ($35) im Diner gegenüber. Da wir gestern nur kurz die Schönheit des Zion NP bewundern konnten, geht es nach dem Frühstück auf der UT-9 wieder zum Park zurück. Vom Visitor Center bringt uns der Shuttle-Bus zur Station “The Grotto”, hier starten wir halb 1 die Wanderung auf den Berg Angels Landing. Nach gut einem Kilometer lässt sich Felix bei knapp 40°C nicht mehr motivieren und genießt stattdessen mit Diana den erfrischenden Badespaß im Virgin River. Ich schnappe mir eine Trinkflasche und folge den asphaltierten langgezogenen Serpentinen bei tollem Blick ins Tal. Einen weiteren Kilometer später knickt der Pfad in den schattigen Refrigerator Canyon ab, endlich eine willkommene Abkühlung bei nur mäßiger Steigung. Doch diese kurze Erholungsphase ist bald vorbei, wie aus dem Nichts tauchen plötzlich 21 steile Spitzkehren auf die zum Scout Overlook hoch führen. Oben angekommen höre ich mein Herz schlagen, als letzter Abschnitt folgt nun eine sehr ausgesetzte Kletterstrecke. Dann ist der Aufstieg zum Angels Landing (4km, 450Hm) nach gut einer Stunde geschafft und mir bietet sich ein grandioser Rundumblick über den Nationalpark, während die Glückshormone meinen Körper fluten! Der Abstieg eine viertel Stunde später gelingt dann mit ein paar Laufeinlagen etwas schneller, sodass ich gegen 15 Uhr bei Diana und Felix bin und mich im Virgin River wieder auf Normaltemperatur kühlen kann.
USA 2014 - Tag 11
Zurück am Visitor Center gibt es noch ein erfrischendes Eis, anschließend starten wir 17 Uhr über die UT-9 und UT-89 nach Norden zum Bryce Canyon NP. Dieser ist zwei Stunden später erreicht, unterwegs geben Ausläufer des Red Canyon entlang der UT-12 bereits einen Vorgeschmack auf das nächste Naturwunder. Genau zur richtigen Uhrzeit treffen wir am Sunset Point ein, um das Farbspiel der untergehenden Sonne an den unzähligen Felspyramiden zu bewundern. Nachdem das Hoodoo-Meer langsam im Schatten versunken ist, finden wir am Parkausgang im Ruby’s Canyon Diner eine gute Gelegenheit für das Abendessen (Burger mit Pommes für $23). Schließlich ist nach einer kurzen Weiterfahrt Cannonville erreicht und wir checken im Motel Grand Staircase Inn ($88) ein.

Mittwoch, 02.07.: Cannonville – Torrey [100mi]

USA 2014 - Tag 12
Auch heute lässt uns Felix bis kurz nach 9 Uhr schlafen, aufgrund des fehlenden Frühstücks sind wir eine Stunde später startklar. Weiter geht die Fahrt nach Norden auf der UT-12 durch eine sehr abwechslungsreiche und sehenswerte Landschaft. Mit einem Tankstop in Escalante ($40 für 10 Gallonen) kommen wir zur Mittagszeit am urigen Kiva Koffeehouse vorbei und legen hier eine verspätete Frühstücks-Pause ein ($20 für Feta-Rührei mit Kaffee). Zwei Meilen später ist die Calf Creek Recreation Area gegen halb 1 erreicht und wir beginnen die Wanderung zum Calf Creek Lower Fall. Der Weg bleibt größtenteils eben in der Nähe des Flussbetts, allerdings erschwert der feine Sand häufig das Vorwärtskommen. Zudem sind wir bei gut 38°C permanent der Sonne ausgesetzt, sodass unsere zwei Liter Wasservorräte schnell zur Neige gehen. Umso größer ist die Freude, als wir nach 1,5h endlich den Wasserfall erreichen (4,5km) und ein erfrischendes Bad nehmen können. Im schattigen Strandbereich rund um den Wasserfall tummeln sich etliche Familien, Felix badet und spielt im Sand. Nach gut einer Stunde treten wir den Rückweg an, vorher fülle ich am Wasserfall noch meine Trinkflasche. Halb 5 sind wir am Parkplatz zurück, trinken wie die Kamele an der Oase und fahren dann auf der UT-12 weiter nach Torrey. Bei der Ankunft gegen 18 Uhr bietet sich in dem kleinen Örtchen ein Subways-Laden für das Abendessen an, bevor wir kurz darauf etwas außerhalb im Rim Rock Inn ($82) einchecken, duschen und den Tag nochmal an uns vorüberziehen lassen.

Donnerstag, 03.07.: Torrey – Moab [225mi]

USA 2014 - Tag 13
Gut ausgeschlafen beginnt der Tag halb 10, im Übernachtungspreis ist sogar mal wieder ein leckeres kontinentales Frühstück enthalten. So lassen wir uns Rührei, Kartoffeln, Toast und Kaffee schmecken, während sich draußen Kolibris an der Vogeltränke tummeln. Nachdem der Chevi bepackt ist, folgen wir der UT-24 Richtung Osten in den Capitol Reef NP. Bereits 10 Meilen später wird ein Parkplatz angesteuert, von dem wir viertel 12 die Wanderung zur Hickman Bridge starten. Der Weg führt durch felsiges Gelände und ausgespülte Bachläufe inmitten einer kargen Vegetation, auch die Sonne zeigt sich wieder von ihrer besten Seite. Gegen Mittag stehen wir unter dem weitgespannten Steinbogen, dessen Schatten sehr willkommen ist. Der Rückweg führt über die gleiche Strecke, sodass wir kurz vor 13 Uhr wieder am Parkplatz sind (3.5km, 120Hm). Die folgende mehrstündige Autofahrt auf der UT-24 und der I-70 bietet für alle eine Ruhephase und markiert zugleich das nördlichste Teilstück unserer Rundreise.
USA 2014 - Tag 13
Auf dem letzten Teilstück entlang der UT-191 kommen wir zunächst am Abzweig zum Canyonlands NP vorbei, dem wir bis zum Island in the Sky Visitor Center folgen und dort einen tolles Panorama auf die zerklüftete Canyon-Landschaft zu sehen bekommen. Auch der Abstecher in den Arches NP bis zum Delicate Arch Lookout bietet zwischen den rotgefärbten riesigen Felsmassiven ein beeindruckendes Erlebnis. Gegen halb 7 sind wir schließlich in Moab, ein kurzer Regenschauer lässt sich gut während des Abendessens bei Wendys überbrücken. Nach dem Checkin im Roadways Landmark Inn ($115) entspannen sich Felix und Diana im Motel-Pool mit Rutsche, ich fahre nochmal zurück in den Arches NP zum Parkplatz Wolfe Ranch. Von dort starte ich halb 8 zügigen Schritts die Wanderung (2.5km, 145Hm) zum Delicate Arch. Gerade rechtzeitig ist der berühmte Steinbogen gegen 20 Uhr erreicht, um das Farbschauspiel im Sonnenuntergang mit vielen anderen Bogenguckern zu genießen.

Freitag, 04.07.: Moab – Cortez [175mi]

USA 2014 - Tag 14
Das tägliche Morgenritual mit Taschen packen, Obst schnippeln und Getränkeflaschen füllen beginnt wie gestern sehr gemütlich, durch Proviant-Nachfüllung und Tanken ($40 für 10 Gallonen) starten wir erst halb 12. Zunächst geht es auf der UT-191 geradewegs nach Süden, in Monticello biegen wir auf den US-491 ab und wechseln dadurch einige Meilen später in den Bundesstaat Colorado. Nach insgesamt zwei Stunden durch eine sehr ländliche und optisch anspruchslose Gegend kommen wir halb 2 in Cortez an und suchen unser Mittagsglück im Burger King. Für den Nachmittag ist eine Besichtigung des Mesa Verde NP geplant, beim Spruce Tree House haben wir den ersten Kontakt mit der Anaszi-Kultur. Mit Kaffee und Eis gestärkt wechseln wir gegen 16 Uhr zum Cliff Palace und klettern im Rahmen einer einstündigen und sehr informativen Führung ($12 für drei Personen) durch die Felsenwohnungen. Über eine Leiter klettern wir schließlich zurück in die Zukunft und verlassen Mesa Verde unter abziehenden Gewitterwolken, um halb 7 im Days Inn ($103) unser heutiges Quartier zu beziehen. Der Motel-Pool bietet eine gute Gelegenheit für eine willkommene Erfrischung, bevor wir zum Abendessen gegenüber ins Fiesta Mexicana schauen und mit sehr leckeren Burritos, Salat und Margaritas ($64 inkl. Trinkgeld) belohnt werden. Der Abend klingt beim Feuerwerk im Zentrum von Cortez anlässlich des Independence Days aus.

Samstag, 05.07.: Cortez – Page [255mi]

USA 2014 - Tag 15
Im Gegensatz zu den letzten Tagen wird Felix mal wieder 8 Uhr wach, so kann es nach dem Frühstück im Motel und einem Tankstellen-Besuch ($30 für 8 Gallonen) bereits halb 10 losgehen. Auf der US-160 Richtung Süden lassen wir Cortez hinter uns und biegen 35 Meilen später auf den CO-41 ab. Im weiteren Verlauf bietet sich mit der UT-162 und US-163 eine touristisch attraktive Alternativroute. Das erste Highlight erwartet uns am Goosenecks State Park mit einem phantastischen Blick auf den 300m tiefer und in engen Kehren fließenden San Juan River, dagegen ist die Saarschleife richtig niedlich. Kurz darauf durchfahren wir beim höchsten Sonnenstand das Monument Valley, hier ist die große Weite Amerikas ganz deutlich zu spüren. Schließlich mündet unsere Sightseeing-Strecke bei Kayenta wieder in den Highway US-160, eine gute Gelegenheit für eine Mittagspause. Mittlerweile befinden wir uns in Arizona und haben damit die Zeitzone gewechselt, wodurch uns eine weitere Stunde geschenkt wird. Nach dem Abzweig auf die AZ-98 ist somit bereits halb 2 der Parkplatz am Lower Antelope Canyon erreicht, eine Stunde später erkunden wir diesen im Rahmen einer Führung ($60 für zwei Erwachsene inkl. Gebühr für das Navajo-Reservat, Kinder frei). Ein schmaler sandiger Pfad schlängelt sich in 20m Tiefe zwischen den ausgewaschenen Wandformationen entlang, welche abhängig vom Lichteinfall in allen Orangetönen leuchten. Im Kontrast zu dem stahlblauen Himmel über unseren Köpfen zeigt Mutter Natur, welch’ künstlerische Begabung sie hat, phantastisch! Gegen 16 Uhr entsteigen wir dem angenehm kühlen Slotcanyon, fahren weiter nach Page und beziehen unser Zimmer im Americas Best Value ($137). Den restlichen Nachmittag verbringen wir an dem vom Glen-Canyon-Staudamm angestauten Lake Powell, allerdings ist die ausgewählte Badestelle im Bereich der Wahweap Marina aufgrund einiger Dornensträucher nicht ganz optimal.

Sonntag, 06.07.: Page – Valle [260mi]

USA 2014 - Tag 16
Mit einem klassischen Motel-Frühstück (Müsli, Milch, Toast, Obst) beginnt der Tag, nachdem Felix halb 9 wach geworden ist. Bei der Rückkehr in unser Zimmer stehen wir jedoch eine gute halbe Stunde vor verschlossener Tür, bis ein Kartenleser-Problem behoben ist. Vor der Abfahrt zur heutigen “Colorado”-Etappe füllen wir nochmal den Tank wie üblich per Vorkasse auf ($30 für 8 Gallonen) und nutzen den auch am Sonntag geöffneten Safeway-Supermarkt zum Nachkauf von Obst und Getränken ($19). Der erste sehenswerte Stop bietet sich bereits 5 Meilen später gegen halb 11 am Horseshoe Bend. Nach einem kleinen Fußweg (1km) vom Parkplatz liegt vor uns der Colorado River, der sich hier 300m tief als imposante Schleife in das Plateau eingeschnitten hat und einen wundervollen Kontrast zum roten Felsgestein bildet. Die Weiterfahrt in Richtung Süden ist auf der ursprünglich geplanten AZ-89 aufgrund eines Erdrutsches nicht möglich. Stattdessen folgen wir der Umgehung über die AZ-89T und anschließend auf der AZ-89 sowie ab Bitter Springs über die US-89A zurück nach Norden. Gegen halb 1 überqueren wir auf der Navajo Bridge den Colorado und zweigen dahinter Richtung Lees Ferry ab. Am Disappearing Rock gibt es einige Parkmöglichkeiten, kurz darauf sind die Wanderschuhe bei kuschligen 40°C Außentemperatur geschnürt und der Einstieg in den Cathedral Wash kann beginnen. Immer tiefer schlängelt sich der Slot-Canyon und der selbst zu suchende Weg wird nach jeder Kaskade abenteuerlicher, schließlich zwingen uns aber nach zwei Drittel der Strecke immer riskantere Klettereinlagen zur Umkehr. Zurück am Auto folgen wir der Straße weiter bis Lees Ferry und springen am Paria Beach in den erfrischend kalten Colorado.
USA 2014 - Tag 16
Gegen halb 4 trennen wir uns schweren Herzens von dieser Flussidylle und fahren zunächst die AZ-89 retour nach Süden. Dem Abzweig der AZ-64 nach Westen folgend ist bald der Grand Canyon NP erreicht. Am Desert View legen wir eine Pause ein und versuchen die enorme Größe des Canyons vom Aussichtsturm zu erfassen, während am Horizont ein Gewitter durchzieht. Auf der weiteren Fahrt durch den Nationalpark erlauben noch einige Haltpunkte grandiose Panorama-Blicke über den Grand Canyon, leider fehlt das Farbenspiel in der Abendsonne durch die verdeckende Regenfront. Am südlichen Parkausgang in Tusayan nutzen wir eines der vielen Diner zum Abendessen ($33 für Spaghetti, Salate und Getränke) und checken 25 Meilen später im Grand Canyon Inn ($117) kurz vor 20 Uhr ein.

Montag, 07.07.: Valle – Los Angeles [475mi]

USA 2014 - Tag 17
Passend zur anstehenden Meilenfresser-Etappe werden wir halb 8 wach, frühstücken im angeschlossenen Restaurant ($35 für Omlette, Rührei und Toast) und sind viertel 10 startklar. Eine halbe Stunde später endet die AZ-64 in Williams, hier füllen wir noch unsere Vorräte auf bevor es auf der I-40 weiter nach Westen geht. Für ein wenig Abwechslung auf der vor uns liegenden monotonen Interstate-Strecke sorgt die Abfahrt in Seligman auf die alte Route 66. Auf diesem gering frequentierten und dünn besiedelten Teilstück lässt es sich sehr entspannt dahinrollen, zur Mittagszeit sind wir in Kingman und erkunden ein wenig den historischen Stadtteil um Mr. D’z Diner mit der imposanten Santa Fe 3759 im Locomotive Park. Den gesamten Nachmittag verbringen wir anschließend unter dem Motto “Go West” über die I-40, I-15, I-10 und I-605, nur unterbrochen von einem Tankstop in Fontana ($50 für 12 Gallonen). Gegen 19 Uhr ist Pico Rivera im Großraum von Los Angeles erreicht und wir checken im Americas Best Value ($83) ein. Felix tobt sich nach dem Sitz-Marathon im Motel-Pool erstmal ordentlich aus, bei Jack in the Box lassen wir uns in der lauen Abendluft Salat und Pommes ($10) schmecken.

Dienstag, 08.07.: Los Angeles [40mi]

USA 2014 - Tag 18
Als Kontrastprogamm zu den vergangenen eher ruhigen Nationalpark-Tagen werfen wir uns heute in das Metropol-Getümmel von Los Angeles. Gegen viertel 10 starten wir am Motel und nach einem Frühstücks-Stop am Walmart für Joghurt mit Obst zieht uns kurz darauf das Citadel Outlet in seinen Bann. Drei Stunden später habe ich ein paar Hosen und T-Shirts mehr, Felix bekommt Schuhe, nur Diana findet trotz großer Erwartungen nichts Passendes. Als Entschädigung bietet sich gegen 14 Uhr im Alcove Cafe spontan eine gemütliche und leckere Gelegenheit zum Mittagessen ($30 für Salat, Wrap mit Pommes und Getränk), nachdem das Verkehrsgewühl vorbei an Downtown LA überstanden ist. Der anschließend geplante Panorama-Blick auf die Stadt vom Griffith Observatorium fällt leider aus aufgrund einer gesperrten Zufahrtstraße. Stattdessen wechseln wir zum Hollywood Boulevard und schlendern über den Walk of Fame, wobei hier nicht alles so glänzt wie üblicherweise aus dem Fernsehen bekannt. Weiter geht es durch Beverly Hills mit einem kleinen Spaziergang über den Rodeo Drive und vorbei am Wilshire Hotel nach Santa Monica. Direkt am Strand können wir für $12 parken und genießen in Sichtweite des Piers für zwei Stunden den Pazifik mit viel Spaß in den hohen Wellen. Um 19 Uhr brechen wir auf und sind wenige Minuten darauf im Motel Encore ($125). Frisch geduscht lassen wir uns zum Tagesausklang im In-N-Out-Burger gegenüber Burger und Pommes schmecken ($8).

Mittwoch, 09.07.: Los Angeles – San Simeon [245mi]

USA 2014 - Tag 19
Langsam neigt sich der Urlaub dem Ende entgegen, Zeit also aus den bisherigen Bildern eine Collage zu gestalten und diese als Postkarte zu verschicken. Gegen halb 11 rollen wir vom Motel-Parkplatz, als nachträgliches Frühstück gibt’s mal wieder leckeren Joghurt mit Obst aus dem WholeFood. Gegen Mittag starten wir endlich auf der CA-1 mit Blick auf den Pazifik gen Norden und stehen prompt erstmal im Stau bei Malibu. Gut zwei Stunden später legen wir eine größere Pause im piekfeinen Santa Barbara ein, während der kostenlosen Besichtigung des ehemaligen Gerichtsgebäudes bietet sich vom Glockenturm ein großartiger Blick auf Stadt und Umgebung. Im weiteren Verlauf verlagert sich der Pacific Coast Highway etwas ins Landesinnere, in Lompoc wird der Tank aufgefüllt ($30 für 7 Gallonen) und eine Kleinigkeit gegessen. Ganz entspannt cruisen wir schließlich weiter an der Küste entlang bis 19 Uhr unser heutiges Motel Silver Surf ($89) direkt an der Straße als Ausläufer von San Simeon erreicht ist. Die Außentemperatur liegt mittlerweile nur noch knapp unter 20°C, umso mehr freut sich Felix über den beheizten Innenpool derweil wir eine warme Dusche vorziehen.

Donnerstag, 10.07.: San Simeon – San Francisco [210mi]

USA 2014 - Tag 20
Heute nun geht’s auf die finale Etappe unserer Rundreise, ein letztes Mal spielen wir nach dem Aufstehen gegen 9 Uhr die morgendlichen Abläufe durch. Zum Frühstück nebenan im Big Sur Restaurant werden leckere Käse-Omlette und Pancakes mit Rührei aufgetischt ($40 inkl. Getränke), dann setzen wir halb 11 die gestern begonnene Fahrt auf der CA-1 Richtung Norden fort. Die nächsten gut 60 Meilen durch Big Sur sind von einer abwechslungsreichen Küstenstraße mit vielen Kurven geprägt, leider trüben dichte Wolken etwas den Blick auf die malerische Steilküste. Zur Mittagszeit liegt der McWay Wasserfall direkt an der Straße, dessen Erkundung eine passende Gelegenheit für eine Pause bietet. Im weiteren Verlauf führt der Pacific Coast Highway über die imposante Bixby-Brücke, halb 3 legen wir in Carmel-by-the-sea den nächsten Zwischenstop ein. Zwischenzeitlich hat die Sonne auch fast alle Wolken vertrieben, sodass einem entspannten Spaziergang durch den beschaulichen Ort mit seiner eigenwilligen Architektur nichts im Wege steht. Wieder zurück auf der Straße kommt die Bucht von San Francisco unaufhörlich näher, mit Durchfahrt des Tom Lantos Tunnel lassen wir den Pazifik endgültig hinter uns. Gegen 18 Uhr ist schließlich South San Francisco erreicht und wir checken im Airport Inn ($129) ein. Das Abendessen gestalten wir ausgewogen mit zwei Salaten und einem Jumbo Cheese Menü ($21) bei Jack in the Box gegenüber unseres ersten Motels. Der Großteil unseres Dollar-Bargelds geht für Volltanken ($44 für 11 Gallonen) und Kleinigkeiten im Grocery-Outlet drauf.

Freitag, 11.07.: San Francisco – Detroit – Frankfurt – Jena

USA 2014 - Tag 21
Statt gemütlich mit Felix wach zu werden klingelt 6 Uhr der Wecker. Eine halbe Stunde später sitzen wir im Chevi und fahren auf der CA-101 die 5 Meilen zum Flughafen. Dort angekommen geben wir den Mietwagen ab und gelangen mit dem Airtrain zum Terminal 1. Nach dem Self-Checkin und der Gepäckabgabe ist noch genügend Zeit beim Frühstück des restliche Obst zu vertilgen und dazu frisch zubereiteten Kakao, Kaffee sowie Smoothie zu genießen ($11). Pünktlich 9 Uhr heben wir mit Delta-Flug DL 850 ab, die 4h30min Flugzeit verbringt Felix beim Filme gucken. Gegen 16:30 Ortszeit landen wir in Detroit und investieren die allerletzten Dollar-Reserven für ein Mittagessen mit Chicken Salat und Pommes ($12). Schließlich hebt der Anschlussflug nach Frankfurt 18 Uhr ab, wo wir vorzeitig nach 8h30min durch die Nacht kurz vor 8 Uhr am Morgen landen. Am Terminal 2 entspannen wir etwas beim Frühstück an der Aussichtsterasse, während Felix mit anderen Kindern in der Spielrakete turnt. Gegen 11 Uhr geht dann unser Zug nach Jena, wo wir halb 3 etwas geschafft durch den Jetlag von Stefan abgeholt werden.

Epilog

  • 3 Wochen
  • 18 Motels
  • 116 Gallonen
  • 3750 Meilen
  • …und unzählige wundervolle sowie atemberaubende Erinnerungen, yeah!

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