Das letztjährige Konzept des kurzfristig gebuchten Herbsturlaubs hatte gut funktioniert, die Wetterlage ist Ende September eher durchwachsen und so zieht es uns erneut an die Ostsee. Eine wunderschöne Ferienwohnung in den urigen Höfen ist auch noch zu bekommen, also starten wir am Samstag viertel 11 und wieder vollelekrisch im Cupra Born von Europcar (275 EUR/Woche). Heute folgen wir ab dem Schkeuditzer Kreuz mal der A14, das fehlende Stück zwischen Magdeburg und Karstädt entlang der B189 bringt etwas Abwechslung. Inklusive Ladestop während der Mittagspause bei McDonalds in Stendal sind die 460km innerhalb von 6h geschafft und wir rollen kurz nach 16 Uhr in Kühlungsborn ein.
Die nächsten Tage beginnen jeweils bei einem entspannten leckeren Frühstück ab 10 Uhr mit frischen Brötchen von der Kühl-Bäckerei, welche ich am Ende meiner morgendlichen Laufrunde ansteuere. Anschließend erfolgt die Tagesgestaltung passend zur aktuellen Wettervorhersage.
- Sonntag: Spaziergang durch den Ort vor zur Küste bei wechselhaftem April-Wetter, auf der Seebrücke wird’s zwar sehr windig aber dafür lassen sich ein paar Sonnenstrahlen einsammeln. Der Strandpromenade nach Westen folgend legen wir einen Zwischenstop beim Schachspiel an der Konzerthalle ein und genießen später bei Edel & Scharf vorzügliche Pommes und Currywurst mit Cocktail, während draußen ein Regenschauer durchzieht.
- Montag: Sonnigster Tag der Woche, wir zuckeln halb 11 mit der Molli und dem Kopf im Schwefel-Rauch durch die Landschaft, was für ein Erlebnis! Angekommen in Bad Doberan erwartet uns eine kurzweilige und interessante Gewölbe-Führung im Münster mit vielen bunten Fakten zu Architektur, Glockenguss-Handwerk, lokaler Geschichte und den Zisterzienser-Mönchen. Vor der Rückfahrt am Nachmittag finden wir noch eine schmackhafte Stärkung im Cafe Zikke direkt am Haltepunkt Stadtmitte.
- Dienstag: Ein stark bewölkter Himmel und ein durchziehendes Regengebiet lassen uns nach Rostock flüchten, hier lädt das ehemalige Stasi-Gefängnis zur Besichtigung ein. Über die drei original erhaltenen Etagen ist der damalige Alltag gut nachvollziehbar, zudem gibt es in den einzelnen Zellen viele bedrückende Zeitzeugen-Berichte mit Original-Dokumenten und wir sind froh nach zwei Stunden wieder frische Luft atmen zu dürfen. Auf der Suche nach einem Fischbrötchen zieht es uns runter an den Hafen, im leichten Nieselregen spazieren wir anschließend durch Altstadt zum Auto zurück. Das hat in den letzten knapp vier Stunden kostenlos geparkt und dabei 40kWh nachgeladen.
- Mittwoch: Spaziergang durch den Stadtwald, zwischen den Bäumen sind sogar Rehe zu entdecken. Beim liebevoll gestalteten Wikinger-Minigolf versuchen wir die unterschiedlich schwierigen Bahnen zu bezwingen, im Anschluss erwartet Arthur gleich noch eine schöne Kopfrechen-Übung für die Gesamtwertung. Gegen 15 Uhr findet sich in der Strandliebe eine köstliche Stärkung mit Flammkuchen, Kartoffelpuffer und Fish’n‚Chips. Mit Sand unter den Füßen, Salzluft in der Nase und Wellenrauschen im Ohr wird der weitere Weg am Strand ein Fest für die Sinne, bevor es nach einem Schachspiel-Stop zurück in die Ferienwohnung geht.
- Donnerstag: Ausgerüstet mit Picknickdecke, Boule, Volleyball und Badesachen ziehen wir erneut durch den Stadtwald. In Sichtweite des im Abbau befindlichen Riesenrads findet sich am nahezu menschenleeren Strand ein Platz zum träumen, spielen und Sonne tanken. Arthur begleitet mich sogar beim Ostsee-Abbaden mit anschließendem Aufwärm-Strandlauf. Wie im Sommer geht’s später barfuß zum Fisch-Hus, allerdings müssen die Fischbrötchen gegen aggressive Möwen verteidigt werden. Am Abend gönnen wir uns beim Inder ein opulentes Mahl als traditionellen Urlaubsabschluss.