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Glücksmomente
53. Rennsteig-Supermarathon
  9. Mai 2026      0 Kommentare

Vorabend

Euphorisiert vom letztjährigen Sahne-Supermarathon hatte ich gleich am nächsten Tag die erneute Anmeldung für den lange Kanten vorgenommen, so beginnt heute mein achtes GMRL-Abenteuer. Gegen 19 Uhr schlendere ich vom Bahnhof Eisenach gemütlich zum Marktplatz, wo die Startnummern ausgegeben werden und uns dann im Zelt eine leckere Stärkung bei der Kloßparty erwartet. Für eine erholsame Übernachtung konnte ich rechtzeitig die Pension Metilstein buchen, gegen 22 Uhr ist alles vobereitet und die Nacht übernimmt.

Wettkampf

Mitten im Tiefschlaf klingelt 5 Uhr das Handy, aber am Race-Day gibt’s kein Umdrehen und Ingorieren. Fix in die Sportsachen (kurz/kurz) geschlüpft und dann etwas Grundenergie mit der gut durchgeweichten Haferflocken-Joghurt-Obst-Schlotze vom Vortag reingeschaufelt, bevor es zum Startbereich geht. Schuhe nochmal schnüren, Gepäckbeutel am richtigen LKW abgegeben und schon werden die letzten Minuten angekündigt. Punkt 6 Uhr fällt der Startschuss für über 2200 Läufer, zunächst schiebt sich das Feld durch die Innenstadt. Doch bereits nach 500m läutet die Wartburgallee den kilometerlangen Anstieg ein, selbst auf der breiten Straße ist für Überhol-Manöver kaum Platz und schmale Passagen führen schnell zu gelegentlichen Stauungen. Deutlich entspannter wird es ab der ersten VP „Waldsportplatz“ (7km/41m) mit Einmündung auf den Rennsteig direkt an der Hohen Sonne.

OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA]

Kurz darauf funkeln erste Sonnenstrahlen während wir die Wolkengrenze durchbrechen, die Wettervorhersage verspricht perfekte Laufbedingungen bei sonnigen 12°C. Auf der Suche nach meiner Laufbekanntschaft Tobias durchpflüge ich weiter das Feld, wobei die Abstände zunehmend größer und Überhol-Manöver seltener werden. Schließlich taucht er an der finalen Rampe zum Großen Inselsberg (25km/2h32m) vor mir auf, ab sofort sind wir wieder gemeinsam und fröhlich schnatternd unterwegs. Zwischendurch bieten die insgesamt 14 Verpflegungspunkte eine willkommene Erfrischung und Stärkung, ich setze wie üblich auf die bewährte Kombination aus Tee, Banane (teilweise in Salz getunkt) und natürlich dem leckeren Heidelbeer-Haferschleim. An der Ebertswiese (37km/3h39m) ist zur Streckenhälfte eine wahre Fressmeile aufgebaut, da lohnt sich auch ein längerer Aufenthalt. Fünf Kilometer weiter ist hinter der Neuen Ausspanne die Marathon-Distanz geschafft, hier muss ich allerdings für ein paar Minuten eine dringende Toiletten-Pause einlegen. Befreit und locker geht es anschließend direkt in den Sperrhügel-Anstieg, am Wachsenrasen (48km/4h51m) taucht Tobias wieder vor mir auf. Gemeinsam laufen wir weiter zum nächsten Zwischenziel am Grenzadler (54km/5h33m).

Mittlerweile sind aber unsere Gespräche etwas kürzer und die Antworten einsilbiger geworden, wir haben beide mit körperlicher Erschöpfung zu kämpfen. Bei mir melden sich zudem die Fussgelenke mit Überlastungs-Schmerzen und die Beinmuskulatur fühlt sich kraftlos an. Jetzt heißt es in kleinen Etappen denken und während der Gehpausen an steileren Abschnitten etwas erholen. Ab dem Großen Beerberg als höchsten Punkt der Strecke geht es technisch gesehen 12km nur noch bergab, nach der VP Schmücke (65km/6h48m) auch gleich ziemlich deutlich und holprig. Auf den Schlusskilometern überholen wir anfeuernde Wanderer, aber ich kann nicht so im Rausch vorbei fliegen wie letztes Jahr. Doch dann schlängelt sich der Weg schon durch Schmiedefeld und gemeinsam genießen wir nach 74km in 7h42m den Zieleinlauf. Dort wartet bereits Kay frisch geduscht und erholt nach seinem Marathon. Auf der Gepäckwiese gönne ich mir etwas Entspannung, bevor eine erfrischende Dusche die Lebensgeister und damit auch den Hunger weckt. Für den Kalorien-Nachschub sorgen ein leckeres Handbrot, Bratwurst und das alkoholfreie Läuferbier. Gegen halb 4 bringt mich die Buslinie 202 bis zum Bahnhof Rennsteig, hier ist in der wärmenden Sonne noch genussvoll Zeit für Eiscafe und Kuchen im Waldcafe bis zur Abfahrt des RennsteigShuttle über Ilmenau und Erfurt.

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