Prolog

[© OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA]
Die Wander-Muskulatur ist nach unserem Sommerurlaub in Kärnten gut trainiert und die Strapazen der letztjährigen Etappe hat Arthur längst verdrängt, beste Voraussetzungen also das nächste Wochenende auf dem heimischen Kammweg zu verbringen. Aufgrund der etwas unsicheren Wetterlage wird kurzfristig eine Hotel-Übernachtung gebucht und schon kann das Abenteuer kommen.

Ganz entspannt beginnt nach dem heimischen Frühstück kurz nach 9 Uhr die Anfahrt mit Bus und Bahn über Weimar, Erfurt und Ilmenau. Drei Stunden später stehen wir am Bahnhof Rennsteig, die Schnürsenkel fest ziehen und los geht’s. Anfangs noch etwas bewölkt bringen uns die ersten Kilometer schnell auf Betriebstemperatur, zudem kämpft sich die Sonne immer mehr durch. Der Wegesrand ist gesäumt von Heidelbeer-Sträuchern, die seltenen Stellen mit den blauen Köstlichkeiten nutzen wir gerne für eine leckere Pause. Ab Mordfleck hält die Strecke nun für mich zusätzlich Erinnerungen an den GMRL-Supermarathon bereit und halb 3 taucht dann auch die spärlich besuchte Schmücke vor uns auf wo sich ein später Mittags-Snack findet. Gut gestärkt passieren wir anschließend den Großen Beerberg als höchsten Punkt des Thüringer Waldes, ab jetzt geht es theoretisch nur noch runter. Bis zum Rondell zerrt es sich aber trotzdem noch etwas, Oberhof ist nun greifbar und halb 6 erreichen wir das Aparthotel. Nach Check-in und einer halben Stunde ausruhen ist wieder genug Energie da für einen kleinen Spaziergang durch den Ort. Zum Abendessen gibt’s Klassiker beim Chinesen, den restlichen Abend entspannen wir mit Snacks bei Zweitliga-Fußball im TV.

Ausgeschlafen und erholt beginnt der Tag gegen 8 Uhr am Frühstücks-Buffet, eine Stunde später stehen wir startklar vorm Hotel. Unter dicken dunklen Wolken wählen wir zunächst die Tambacher Straße vorbei an Bobbahn, Skilift und Langlauf-Arena zum Grenzadler. Hier erkundet Arthur erstmal den Kletterschuh am Spielplatz, bevor wir wieder dem Rennsteig folgen. Auf dem Weg zum Wachsenrasen fallen gelegentlich ein paar Regentropfen, aber bereits im Anstieg zum Sperrhügel kommt die Sonne wieder raus und wärmt uns zusätzlich. Nach 18km endet der heutige Rennweg-Abschnitt an der Neuen Ausspanne mit Kaffee und Kuchen, es folgt der Abstieg durch das Tal des Linken Tammich nach Tambach-Dietharz. Hier findet sich noch ein leckeres Eis für Arthur als Belohnung für die Strapazen der letzten Kilometer, dann springen wir halb 4 in den Bus 851 nach Gotha und sind mit der Bahn kurz nach 18 Uhr zurück in Jena.