Kreta Tête-à-Tête

9. Oktober 2015     0 Kommentare

Prolog

Während Felix seine Herbstferien mit Oma, Opa und seine Cousinen im Wohnmobil verbringt, nutzen wir die Gelegenheit für unser 10jähriges Flitterwochen-Revival auf Kreta. Wegen technischer Defekte im ursprünglich gebuchten Grand Bay Beach Resort erfolgt spontan am Donnerstag eine Umbuchung ins Santa Marina Plaza, als Ausgleich erhalten wir kostenfrei die Halbpension dazu! Kurz nach 19 Uhr sitzen wir im ICE nach Halle und checken dreiviertel 10 im Days Inn an der Leipziger Messe ein.

Freitag, 09.10.: Anreise / Strandtag

Kreta - Tag 1

Mitten in der Nacht um 3 Uhr klingelt der Wecker, wir packen unsere sieben Sachen und fahren mit der S-Bahn zum Flughafen Leipzig/Halle. Nach dem Check-In und der Gepäckabgabe ist noch gut Zeit für ein kleines Frühstück, bevor sich pünktlich halb 6 unsere Boing 737-800 von Air Berlin (860 EUR für zwei Personen Hin-/Rückflug) in die Lüfte erhebt. Die 2000km bis Heraklion vergehen wie im Flug und so landen wir bereits nach 2,5h im Sommer, yeah! Aufgrund der Zeitverschiebung ist es hier jedoch schon 9 Uhr, aber uns treibt ja nix. Eine halbe Stunde später haben wir unser Gepäck wieder in der Hand und übernehmen für 143 EUR/Woche einen ollen Skoda Fabia als Mietwagen. Anschließend rollen wir gemütlich 150km über die New National Road entlang der Nordküste Kretas nach Westen, unterwegs gibt es eine Stärkung mit Salat und Omelet in der Taverne Sinolakis. Gegen halb 3 ist dann endlich Agia Marina erreicht und wir checken leicht erschöpft im Santa Marina Plaza (450 EUR/Woche) ein. Doch die 28°C und der direkte Strand vor dem Hotel versprechen eine grandiose Entspannung, dazu lassen wir uns ein Smoothie und Hefeweizen schmecken. So lässt es sich bis zum Abend aushalten, nach der Stärkung am leckeren Buffet mit kretischen Spezialitäten erkunden wir noch etwas den Ort und spielen eine Runde Mini-Golf.

Samstag, 10.10.: Milia / Elafonisi Beach

Kreta - Tag 2

Gut ausgeschlafen werden wir halb 10 wach und genießen das Frühstück auf der Terrasse in der schon warmen Morgenluft. Eine Stunde später ist Start zu einer ganztägigen Erkundungsfahrt, die dabei geplanten Zwischenstops sind das Ergebnis aus Reiseführer-Recherche und einem Blick auf die Geocache-Karte. Nach einem ersten Halt in Potamida bei den kegelförmigen Tonhügeln und einem nett getarnten Cache biegen wir in Topolia nach Milia ab. Allerdings werden wir nach ein paar Kilometern wegen einer fehlenden Bergstraße zur Umkehr gezwungen und folgen der Hauptstraße weiter nach Elafonisi. In der anschließenden Topolia-Schlucht bietet sich eine Erkundung der frei zugänglichen Höhle Agia Sofia mit einem frisch gepressten Orangensaft in der zugehörigen Taverne an. In Myloi folgen wir ein zweites Mal den Schildern nach Milia und haben dieses Mal mehr Erfolg. Gegen halb 3 ist das traditionelle Bergdorf erreicht und wir stärken uns mit Salat und gefüllten Teigtaschen für günstige 13 EUR, inklusive tollem Blick über die Berge sowie einem typischen Nachtisch mit Honig-Raki und Weintrauben im Sirup. Über die staubige Bergstraße geht es ein Stück zurück und dann weiter zum Elafonisi-Beach, wo wir halb 5 ankommen. Mit einem Gefühl von Südsee entspannen wir hier den restlichen Nachmittag, schauen den Windsurfern zu und können sogar einen kleinen Schatz entdecken. Als sich die Dämmerung ankündigt treten wir die Rückfahrt an und sind nach gut einer Stunde gegen 20 Uhr wieder am Hotel.

Sonntag, 11.10.: Strandtag

Kreta - Tag 3

Während beim Blick vom Balkon das Hotel und der direkte Küstenstreifen von der Sonne verwöhnt werden, liegen über den nahen Bergen dichte Wolken. So entscheiden wir uns beim Frühstück für einen entspannten Strandtag mit viel Zeit zum Lesen, Baden, Joggen und Träumen. Dabei fallen die knapp 30°C trotz eines kräftigen Windes sehr angenehm aus, für noch mehr Abkühlung sorgt ein Waldfrucht-Smoothie mit griechischem Joghurt. Gegen 17 Uhr starte ich nochmal auf eine kleine Erkundungstour und schaue mir den Soldatenfriedhof bei Maleme sowie einen der weltweit ältesten Olivenbäume in Ano Vouves an, natürlich nehme ich den zugehörigen Schatz auch mit. Gut zwei Stunden später bin ich wieder am Hotel, pünktlich zum Abendessen.

Montag, 12.10.: Samaria-Schlucht

Kreta - Tag 4

Als Ausgleich zum gestrigen Entspannungstag wollen wir heute das Aktivitätsniveau wieder etwas anheben und starten gleich nach dem Frühstück zur Samaria-Schlucht. Die 40km ziehen sich aufgrund längerer kurvenreicher Bergstrecken und so erreichen wir die Hochebene von Omalos nach einer knappen Stunde, stellen das Auto am Parkplatz unterhalb des Restaurants Xyloskalo ab und stiefen 11 Uhr los. Am Eingang zur Schlucht bekommen wir für 5 EUR/Person eine Eintrittskarte, die am Ausgang wieder vorzuzeigen ist (Übernachtung in der Schlucht ist nicht erlaubt). Dann beginnt der Abstieg über gut ausgebaute Serpentinen ins Tal, innerhalb von 2-3 Kilometern ist ein Großteil der insgesamt 1200 Höhenmeter zu bewältigen, bei Bedarf bietet sich jeweils alle 1-2km ein Rastplatz mit Trinkwasser-Quelle. Kurz hinter dem verlassenen Dorf Samaria wird die Schlucht deutlich enger mit steil aufragenden Wänden, der bisher sehr abwechslungsreiche Waldweg führt jetzt teilweise mitten durch das trockene Flussbett über unzählige große und kleine Steinen die beim Wandern höchste Konzentration verlangen. An der engsten Stelle suche ich nebenbei noch die Antworten auf ein paar geologische Fragen, dann erreichen wir etwas erschöpft gegen 16:30 Uhr den Ausgang der Schlucht. Für die restlichen zwei Kilometer nach Agio Roumeli nutzen wir den Bustransfer, zuvor gibt es noch einen kühlen frisch gepressten Orangensaft. In dem kleinen Örtchen direkt am Meer bleibt uns noch eine gute halbe Stunde, dann fährt pünktlich halb 6 die Fähre (10 EUR/Person) und spuckt uns eine Stunde später in Sougia aus. Wir folgen den Massen durch den Ort und sitzen gut 20min später im Bus nach Chania (5,50 EUR/Person), der sich nun über unzählige Kurven den Berg hochschlängelt. Am Zwischenhalt in Omalos/Xyloskalo steigen wir in unser geparktes Auto um und fahren die Strecke von heute Vormittag wieder zurück zum Hotel, wo wir dreiviertel 9 ziemlich geschafft ankommen und im Restaurant gegenüber nur noch eine Kleinigkeit essen.

Dienstag, 13.10.: Strandtag / Chania

Kreta - Tag 5

Mit dem gestrigen Tag in den Beinen schleichen wir gegen halb 10 zum Frühstück, die Waden melden sich bei jeder Treppenstufe abwärts. Doch am Strand erwartet uns anschließend bei sonnigem Wetter und 26°C die pure Entspannung – Zeit zum Lesen, Baden und Träumen. Am Nachmittag erkunde ich noch ein wenig die nähere Umgebung in Platanias, von einem Cache lasse ich mich auf einen Hügel locken und bekomme einen tollen Ausblick über die Küste. Den Abend wollen wir ganz gemütlich im benachbarten Chania verbringen und so stürzen wir uns gegen halb 6 ins Getümmel der Großstadt. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Altstadt wählen wir aus den vielen Tavernen direkt am Hafen das Plateia mit Blick zum Leuchtturm. Leider sind die gewählten Speisen geschmacklich nicht unbedingt ein Highlight, da schmeckt’s sogar am Hotel-Buffet deutlich besser. Auf dem Weg zurück bummeln wir in der lauwarmen Abendluft durch die belebten Gassen und Straßen, bevor es mit dem Auto wieder zurück zum Santa Marina Plaza geht.

Mittwoch, 14.10.: Knossos / Preveli Beach

Kreta - Tag 6

Gegen halb 9 werden wir vom Rauschen des Meeres sanft geweckt und sitzen kurze Zeit später gut ausgeschlafen beim Frühstück. Für die heutige Tour haben wir uns den Mittelteil der Insel vorgenommen, zunächst geht es zwei Stunden auf der New National Road zurück nach Heraklion. Gegen Mittag ist mit dem Palast von Knossos das erste Ziel erreicht. Für 6 EUR/Person bekommen wir Zutritt zum Ausgrabungs-Gelände und erkunden als Indiana Jones und Lara Croft die freigelegten und teilweise restaurierten Vermächtnisse der minoischen Kultur. Eine Stunde später sind genügend imposante Eindrücke und historische Details aufgesagt, wir genießen am Ausgang noch einen frisch gepressten Granatapfelsaft und fahren anschließend weiter. Unser zweites Ziel ist der Strand von Preveli mit einer von Palmen gesäumten Flussmündung. Der zugehörige Parkplatz ist gegen 15 Uhr erreicht, von hier geht es gut 120Hm runter zum Strand mit einem fantastischen Blick über die Bucht. Das kühlere Flusswasser macht sich nicht nur beim Baden bemerkbar, auch optisch sind interessante Verwirbelungen zu beobachten. Gegen halb 5 treten wir den Rückweg an, der Aufstieg ist unerwartet schnell geschafft und es bleibt sogar noch Zeit um nach einem Schatz am Wegesrand zu suchen. Zurück am Hotel werden wir mit einem Honig-Raki begrüßt, am Buffet erwarten uns heute viele leckere Spezialitäten zum kretischen Abend.

Donnerstag, 15.10.: Strandtag / Linoseli-Quelle

Kreta - Tag 7

Die abwechlungsreiche Mischung der vergangenen Woche rundet Diana heute mit einem letzten Strandtag ab, während ich nochmal nach Omalos zum Einstieg in die Samaria-Schlucht fahre. Statt nach unten folge ich gegen halb 12 jedoch dem Wanderweg von Xyloskalo nach oben zur Linoseli-Quelle. In unzähligen Serpentinen schlängelt sich der Weg den Berg hinauf und bietet einen fantastischen Rundumblick auf die Hochebene von Omalos sowie die Samaria-Schlucht. Auf dem letzten Kilometer wird es unterhalb einer steilen Bergflanke mit einem imposanten Steinbogen nochmal spannend, dann ist nach gut 1,5h und 200Hm die sprudelnde Quelle erreicht. Dreiviertel 2 bin ich wieder zurück am Auto und genieße den restlichen Nachmittag mit Diana am Strand. Als besonderen Abschluss unseres Urlaubs bekommen wir heute das Abendessen beim Candle-Light Dinner direkt am Strand gereicht, was für ein romantischer Moment!

Freitag, 16.10.: Abreise / Rückflug

Nach einer Woche des Ausschlafens klingelt heute halb 6 ungewohnt zeitig der Wecker. Wir packen die restlichen Sachen in die Koffer und sitzen kurz darauf im Auto für die zweistündige Fahrt nach Heraklion. Am Flughafen geben wir den Mietwagen wieder ab, das Gepäck auf und haben anschließend noch eine gute Stunde Zeit für ein kleines Frühstück. Etwas verspätet hebt halb 11 unser Flieger ab, wehmütig verschwindet der Sommer unter den Wolken. Knapp drei Stunden später empfängt uns der nasskalte Herbst am Flughafen Leipzig/Halle, wir nehmen die S-Bahn zum Leipziger Hauptbahnhof und erreichen noch in letzter Minute den ICE nach Jena. Kreta, wir kommen wieder!

Kommentare